Geht der Kelch am Berg vorbei?

Panoramablick auf den Eltener Berg.
Panoramablick auf den Eltener Berg.
Foto: NRZ
Grüne wollen Vertagung zur Betuwe Elten. Erst sollen die Bürger informiert werden.

Elten. Gibt es vielleicht doch noch eine Alternative zu der offiziellen Betuwe-Planung für Elten? Ist die am Ende vielleicht sogar einige Million Euro billiger? Nur einige Fragen, die die Grünen gründlich untersucht und breit diskutiert haben möchten, bevor sie die Sache für entscheidungsreif halten.

Erst im September beschließen

Das sei sie jetzt auf keinen Fall, so Ute Sickelmann: „Wir haben 15 Jahre gewartet, jetzt kommt es auf fünf oder sechs Wochen auch nicht mehr an.“ Die Grünen beantragen deshalb im Ausschuss für Stadtentwicklung am 12. Juni und zur Ratssitzung am 3. Juli, das Votum bis zur September-Sitzung des Rates zu vertagen.

Bis dahin sei einfach nicht ausreichend Zeit, damit sich die Bürger ein Bild von dem tatsächlichen Eingriff in den Eltenberg machen können. Der tatsächliche Eingriff in das Landschaftsbild sei anhand der technischen Zeichnungen für Laien überhaupt nicht lesbar und damit nicht erfahrbar, so die Grünen: „Eine Entscheidung von solcher Tragweite ist keine, die der Rat so treffen kann, ohne Transparenz und Öffentlichkeitsbeteiligung.“ Stattdessen müssten die Bürger am Planungsprozess beteiligt werden. „Zudem gibt es eine technische Alternative zu den vorgestellten Plänen, die nach Meinung der Grünen-Fraktion ernsthaft mit geprüft werden und den Bürgern vorgestellt werden sollte. Diese Variante erscheint uns aus unserer Sicht schonender für Mensch und Umwelt.“

Optimierung mit wenig Aufwand

Nach NRZ-Recherchen stammt dieser technische Vorschlag von CDU-Ratsmitglied Johannes ten Brink. Der Bauingenieur und Bahn-Fachmann spricht selbst nicht von einer Alternative, sondern von einem „Verbesserungsvorschlag“, von einer Optimierung mit wenig Aufwand.

Danach würde, grob betrachtet, die B 8 neu am Fuße des Eltenbergs auf dem bisherigen Gleisbett verlaufen, ohne den Berg zu tangieren, und die Gleiskörper würden ca. 15 Meter nach links in Richtung Tichelkamp verschwenkt. Das neue Brückenbauwerk für B 8n und L 472n könnte zwischen Sonderwyk- und Streuffstraße angelegt werden, wo sich heute größtenteils eine Wiese befindet. Auf diese Weise würde der Berg nicht angeknabbert, der Lkw-Verkehr bliebe aus dem Dorf weitgehend raus. Sickelmann: „Das wäre eine wesentliche Verbesserung der Lärmsituation.“

Ein echter Abstimmungsprozess mit einer Diskussion über Varianten sei in drei Wochen nicht zu bewerkstelligen, so die Grünen. Andernfalls bliebe die Bürgerbeteiligung auf der Strecke.