Gedenktafel soll aufgestellt werden

Elisabeth Hanf
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Herken.  Für viele ist es unvorstellbar, dass der Flugzeugabsturz in der Vollmondnacht vom 16. auf den 17. Mai 1943 in Herken auch nach 71 Jahren nicht an Bedeutung verloren hat und Jahr für Jahr die Absturzstelle von Briten und Kanadier besucht wird. In der Zeitschrift „Haldern einst und jetzt“ Ausgabe 112/Dezember 2013 hat der Halderner Volker Schürmann dieses historische Ereignis umfassend geschildert.

Geldgeber von England bis Australien

Jetzt jährt sich der Flugzeugabsturz der Lancaster AJ-E ED927. Gemeinsam mit Charles Foster aus Irland, der in England den Blog dambustersblog.com pflegt, hat Schürmann seit 18. April einen Spendenaufruf gestartet. „Der Spendenaufruf hat zum Ziel, Geld für eine Bronzeplatte zu sammeln, die mit einem bereits von einem Spender zur Verfügung gestellten Stein in der Nähe der Absturzstelle in Herken aufgestellt werden soll.“ Mittlerweile sind ein Drittel des zu sammelnden Spendenaufkommens zusammengekommen. Vorwiegend von Spendern aus England, Deutschland, Kanada und Australien.

Die britischen Bomber vom Typ Lancaster, auch Dambuster genannt, stürzte mit sieben Besatzungsmitgliedern der alliierten Luftstreitkräfte ab, nachdem er mit einer Hochspannungsleitung kollidiert war. Er sollte Angriffe auf die Staumauern von Talsperren fliegen. An Bord waren zwei Australier, vier Briten und ein Kanadier, zwischen 18 und 34 Jahre alt. Die Besatzung war durch Bestenauslese zusammengestellt, hat Schürmann in Erfahrung gebracht. Beim Absturz der Maschine hielt allerdings die mitgeführte Rollbombe stand. Sie wurde abtransportiert und vom deutschen Militär genaustens untersucht. „Innerhalb von zehn Tagen war das Geheimnis der Bombe entschlüsselt“, schreibt Schürmann. Somit ist sie als „Halderner Rollbombe“ in die Annalen der Technischen Akademie der Luftwaffe eingegangen.

Der 86-jährige Kurt Jansen kann sich erinnern, 16-jährig mit dem Rad zur Absturzstelle gefahren zu sein. Die Schaulustigen hielten die Rollbombe für den Tank des Flugzeugs. Bis sie aufgeklärt wurden und schleunigst das Weite suchten.

Der Onkel des Forschers Charles Forster, David Maltby, war ebenfalls an den Angriffen auf die Staudämme beteiligt und beschäftigt sich daher intensiv mit der Materie. Er erfuhr davon, dass Volker Schürmann eine laminierte Tafel an der Absturzstelle anbrachte. Davon berichtete sogar der Sunday Telegraph. Seitdem besuchen immer wieder Interessierte diese Stelle, wie Forster selbst am 22. Mai 2013, oder Tina Fairness und Steve Moris im Rahmen eines Motorcycle Charity Rides oder eine Besuchergruppe mit acht Porsche 911. „Dies zeigt die enorme Popularität, die die Dambusters heute noch in den englischsprachigen Ländern genießen“, so Schürmann. Auch in dieser Woche sind wieder Engländer mit dem Reiseveranstalter „Military History Tours“ auf den Spuren der „Operation Chastise: Dambusters“ in Deutschland unterwegs.