Gaby Neuber aus Millingen liebt ihren Garten

Gaby Neuber hat viele Ecken in ihrem Garten dekorativ gestaltet.
Gaby Neuber hat viele Ecken in ihrem Garten dekorativ gestaltet.
Foto: WAZ FotoPool
Die Anlage weist viele Besonderheiten auf: eine Gartenbar und einen mit Pfannen gedeckten Kaminholzschuppen, den sich Familie Neuber mit den Nachbarn teilt. In dem Garten blühen Funkien, Frauenmantel und Fette Henne.

Millingen. Wer einmal den langen Heinrich im Garten hat, der wird ihn kaum mehr los. Wie auch die Lampionblume, sie wuchert so ungebremst, dass Gaby Neuber beide stets im Zaum halten muss. Dabei fällt ihr das Kappen nicht immer leicht. „Weil beide wirklich schön sind“, sagt sie seufzend. Im Sommer spielt sich das Leben der Millingerin weitestgehend in ihrem Garten ab. „Wer mich ganz kennen lernen will, muss meinen Garten kennen. Denn mein Garten ist mein Herz“, so ihr Wahlspruch.

Wo heute Verbene, Fingerhüte, Lavendel und Salbei um die Wette blühen, haben Gaby Neubers Eltern Johanna und Karl Kruse früher ihren Wirtschaftsgarten beackert. Dieser musste zunächst – weil Gärten eben auch mit der Mode gehen — Tannen und Koniferen weichen. Als sie zu groß und gleichzeitig in Opposition zur Optik des zeitgemäßen Hausgartens standen, begann Gaby Neuber mit der Anlage des heutigen Gartens, der viele, viele Blickpunkte bietet. Beispielsweise den Teich, über dessen Seerosen gerade eine Blaugrüne Mosaikjungfer aus vollem Flug abbremst.

Schattenspender mit Äpfeln

Den Blick auf sich lenkt auch der Apfelbaum mitten im Garten. „Er trägt zwar immer nur ein paar wenige Äpfel, ist aber ein hervorragendes Schattenspender“, lobt die Gartenfreundin. Zur Silberhochzeit bekamen sie und ihr Mann Rüdiger prompt eine Bank dafür geschenkt. Eine Rundbank, die sich beim Hinstellen als etwas zu groß erwies. Was zunächst ein Nachteil schien, kehrten die Neubers in einen Vorteil um, „füllten“ die Lücke zwischen Baum und Bank einfach mit hübschen und obendrein gut riechenden Oleander-Büschen.

Von der Bank aus hat man einen guten Rundumblick. Im Staudenbeet fühlt sich Gaby Neubers Lieblingsblume, die Hortensie, sichtlich wohl. „Hortensien habe ich schon zur Kommunion geschenkt bekommen“, sagt die 57-Jährige mit einem Schmunzeln. Damals schon hat sie die Pflanze gemocht, ihr auch in den Jahren die Treue gehalten, als sie mehr schlecht als recht über die Ladentheken ging. Was kaum einem gelingt, das gelingt Gaby Neuber: Bei ihr blühen Exemplare in allen Farben in direkter Nachbarschaft. „Obwohl ich weiß, dass die unterschiedlichen Farben durch die Art der Bodenbeschaffenheit bestimmt werden.“

Funkien, Frauenmantel und Fette Hennen fühlen sich bei Gaby Neuber wohl, hier wuchert der Blaue Spätburgunder derart, dass der aus den Trauben gewonnene Most derart reichlich fließt, dass Johannes Kruse (86) und Tochter Gaby den Saft in Weckgläsern abfüllen. Natürlich gibt es auch noch den eigenen Salat, ein paar Zucchinipflanzen, Gartenkräuter.

Neben vielen Besonderheiten des Neuber’schen Gartens – es gibt hier z.B. eine Riet gedeckte Gartenbar – fällt der offene Schuppen auf, in dem die Neubers gut sichtbar ihr Kaminholz lagern. Gleiches tun die Nachbaren von der anderen Seite. Nicht nur ein schöner Schuppen, sondern auch ein verbindendes Element über nachbarschaftliche Grenzen hinweg.

 
 

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