Frauen feiern 125 Jahre kfd Rees-Millingen

Maria Raudszus
Das  ist das neue Leitungsteam der katholischen Frauen aus Millingen
Das ist das neue Leitungsteam der katholischen Frauen aus Millingen
Foto: NRZ Emmerich
Freundschaftliche Kontakte pflegt Pater Dominik Kitta nach Heelden. Daher konnte er als Zelebrant des Festgottesdienstes gewonnen werden. Leitwort: kfd – ein lebendiges Netz, das uns trägt.

Millingen/Isselburg.  Einen ganz besonderen Gast werden die katholischen Frauen (kfd) aus Millingen, Vehlingen, Heelden und Empel zu ihrem 125-jährigen Jubiläum begrüßen können. Zelebrant ihres Festgottesdienstes am Samstag, 24. Mai, 16 Uhr in der Millingener St. Quirinus-Kirche wird der Bundespräses der kfd sein. Es ist kein Zufall, dass Pater Dominik, der dem Prämonstratenserorden angehört, beim Festakt dabei ist. Er unterhält freundschaftliche Beziehung zu den Nachfahren der Familie Johanna und Hermann Bonnes in Heelden, in der seine Mutter Leni 14-jährig als Hausmädchen tätig war. Edeltraud Bonnes, selbst Mitglied der kfd Millingen, und Schwiegertochter von Johanna und Hermann Bonnes, hat den Kontakt hergestellt.

Kopie der Gründungsurkunde

Dass die kfd Millingen am 24. Januar 1889 ins Leben gerufen wurde, dafür gibt es einen schriftlichen Nachweis. Dem Vorstand liegt eine Kopie der Gründungsurkunde mit der Nr. 449 vor, die der damalige Pfarrer Coppenrath unterzeichnet hat. Somit wurde der Mütterverein – wie er damals hieß – aus der Taufe gehoben.

Noch ein altes Dokument tauchte bei den Recherchen zum Jubiläum auf: ein Fragebogen, den die Diözese Münster 1916 an die Millinger Damen sandte mit der Bitte um Informationen zum Verein. Damals zählte die Gemeinde 2970 Gläubige, 400 Frauen gehörten dem Mütterverein an, 50 nicht. „Auch letzteres wurde vermerkt, war es doch früher beinahe selbstverständlich, dass man als Mutter dem Verband beitrat“, so Pressewartin Jutta Jansen. Heute zählt der Verein 390 Mitglieder, zu besten Zeiten in den 80er Jahren waren es weit mehr – um die 780 Frauen.

Kontinuierliche Arbeit und Zufriedenheit mit den jeweiligen „Chefinnen“ zeichnen offenbar den Verband, der sich im Laufe der Zeit zu einem Verein entwickelt hat, aus. Schließlich ist mit Margot Essink 2006 erst die fünfte Frau zur Leiterin ernannt worden. Das Amt hatte bis 1948 Anne Uebbing-Boelting inne, es folgten Johanna Flaswinkel, Änne Hünting, Klärchen Mäteling und Ilse Bintzik.

Mit Änne Hünting kam die Teamarbeit, womit die Arbeit auf mehrere Schultern verteilt wurde. Auf ihr Team geht die Gründung des Basars für die Lepra-Hilfe in Indien zurück. Noch heute backen, töpfern und handarbeiten die Frauen für den Basar, der in seinem über 30-jährigen Bestehen mehr als 150 000 Euro eingebracht hat. Das Geld geht jetzt nicht mehr allein an die Leprahilfe, sondern fließt auch in andere Projekte in Indien, z.B. in den Bau von Schulen und die Unterstützung von Witwen.

Die Damen helfen nicht nur, sie wissen auch zu feiern. Waren im Anfang die Ausflüge und mehrtägige Fahrten wichtig, die den Damen eine Aus-Zeit vom Alltag bescherten, so sind es heute eher Radtouren, zu denen die Damen aufbrechen.

Seit Einführung erfreuen sich die bunten Nachmittage größter Beliebtheit, in denen die Frauen an zwei Nachmittagen ein närrisches Programm von Frauen für Frauen abbrennen. Die Tänzerinnen und Laienschauspielerinnen, die teilweise ihre Stücke auf Plattdeutsch aufführen, sorgen für beste Unterhaltung. „Einige von ihnen stehen schon seit über 30 Jahren auf der Bühne“, weiß Margot Essink.

Natürlich spielt auch der Glaube eine zentrale Rolle. An jedem ersten Mittwoch im Monat wird eine Gemeinschaftsmesse gefeiert, die die Damen des Teams vorbereiten. Der Mariengang im September gehören zum festen Programmpunkt im Jahreskalender wie auch die Gebetsstunde vor Ostern und die Fahrt am 13. Juni zur Fatimakapelle.

Vorträge, Workshops, Kinoabende

Froh ist der Verein, mit Barbara Bohnen eine aktive geistliche Begleitung zu haben. Die Haldernerin leitet Vortragsabende, Workshops und bietet Kinoabende an. Neu: Wird jetzt ein Kind in St. Quirinus getauft, überbringen die Damen Glückwünsche. Das passiert natürlich auch bei den runden Geburtstagen der kfd-Mitglieder.

Warum man der kfd beitreten sollte? „Weil wir nicht nur gesellschaftlich etwas zu bieten haben, sondern auch politisch aktiv sind“, sagt Margot Essink. Schließlich habe sich die kfd für die Anrechnung der Elternzeit in der Rentenberechnung eingesetzt und vieles mehr... Und noch eines hoffen die Damen vom Vorstand, nämlich dass sie wieder mehr junge Mitglieder mit ihrer Arbeit ansprechen. Das Leitungsteam jedenfalls hat man gerade erst verjüngt.