Familien brauchen mehr Förderung

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Rees..  17 Tage vor der Bundestagswahl machten auch „Bündnis 90/Die Grünen“ in Rees noch einmal auf sich aufmerksam. Donnerstagabend referierte Katja Dörner, die Bundestagsabgeordnete und familienpolitische Sprecherin der Grünen, in den Rheinterrassen Rees. Die Resonanz war eher dürftig. Nur 14 Zuhörer aus dem Wahlkreis Kleve zeigten an der Veranstaltung Interesse. „Familienpolitik ist mein liebstes Thema“, sagte die Politikerin, die seit 2009 im Bundestag ist.

Leben an der Armutsgrenze

Bruno Jöbkes , der Bundestagskandidat für den Kreis Kleve von „Bündnis 90/Die Grünen“, freute sich, dass MdB Katja Dörner, die für ihren Heimatwahlkreis Bonn kandidiert, Zeit gefunden hatte, nach Rees zu kommen. Sein kurzes Statement zur „Sozialen Wirklichkeit“ und zur „Familienpolitik“ war der Einstieg in das anschließende Referat der Bundestagsabgeordneten unter der Überschrift „Brauchen unsere Kinder eine andere Politik“?

„Eigentlich müssten wir in diesem Zusammenhang über das gesamte Wahlprogramm reden“, führte MdB Dörner aus und nahm die kurze Antwort auf ihr Referat vorweg: „Ja, brauchen wir!“.

Zunächst analysierte sie die Lage der Kinder in Deutschland und verwies auf eine sehr krasse soziale Abhängigkeit. Jedes fünfte Kind in Deutschland lebe an der Armutsgrenze, bei den Kindern mit Migrationshintergrund sei es sogar jedes dritte. Vor diesem Hintergrund, kritisierte Dörner, seien im Wahlkampf die Bildungschancen für Kinder zu wenig besetzt und zu kurz gekommen,

Katja Dörner griff die Thematik „Stress sowie Zeitdruck in der Familie und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ auf und hielt eine andere Form der Familienförderung für notwendig. Familien brauchten Infrastruktur, materielle Unterstützung und Zeit. Ein breites Spektrum in ihrem Referat nahm die Forderung nach dem Ausbau der Kita-Plätze ein. Die Bedarfsermittlung von 2007 – laut Erhebung reicht es, wenn 35 Prozent der Kinder einen Kita-Platz bekommen – entspräche nicht mehr den heutigen Gegebenheiten. Die Grundversorgung müsse bedarfsgerecht aufgestockt werden. Die Grünen stehen für eine Quote von 38 Prozent, um eine flächendeckende Absicherung mit Kita-Plätzen zu garantieren. Dörner schränkte ein, dass dies vor allem in größeren Städten und weniger in Landgemeinden wie Rees notwendig sei, wies aber zudem darauf hin, dass auch für Tagesmütter eine sehr gute Qualifikation nötig sei, um die Kinder optimal fördern zu können. Zudem forderte sie, Kitas als Bildungseinrichtungen mit einem bundesweit festgeschriebenen Mindestqualitätsstandart anzuerkennen.

Zum Abschluss ihrer Ausführungen ging sie noch kurz auf die Aktion „Du hast Rechte“ ein. Sie plädierte dafür, nachhaltig die Kinderrechte zu stärken. Allen Kindern müssten die in den UN Kinderrechts-Konventionen festgelegten Rechte zugestanden werden.

Nach einem angeregten Dialog insbesondere über die Möglichkeiten zur Verbesserung der Betreuungsangebote bedankte sich die Kreis Klever Sprecherin von „Bündnis 90/Die Grünen“, Birgitt Höhn, bei der Referentin Dörner und dem Bundestagskandidaten Bruno Jöbkes für ihre Präsens mit den Worten: „Danke, dass ihr die Zeit für uns hattet“.

 
 

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