Es wird „mit voller Wucht“ gefahren

Hier wird viel zu schnell gefahren. Deshalb hält Hado Ebben die Blitzkontrollen für sinnvoll.  Foto : Johannes Kruck
Hier wird viel zu schnell gefahren. Deshalb hält Hado Ebben die Blitzkontrollen für sinnvoll. Foto : Johannes Kruck
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Die NRZ-Leser machten Vorschläge: Hier soll die Polizei am 3. Juli blitzen!

Emmerich..  „Hier laufen doch auch Kinder rüber.“ Dr. Heinz Adolf Ebben steht an der Fußgängerampel Weseler Straße/Diepe Kuhweg. Hier stünde die Polizei mit ihren Blitzgeräten vollkommen zu Recht. „Ich habe doch selbst viele Unfälle erlebt. Wir hören es doch, wenn Krankenwagen und Polizei wieder kommen.“ Und deshalb hat der frühere Stadtdirektor der NRZ auch diesen Bereich für den zweiten Blitzmarathon vorgeschlagen.

Nicht abkassieren

Wie berichtet, läutet die Polizei am 3. Juli ab 6 Uhr die nächste Runde ihres 24-Stunden-Blitzmarathons ein. Nicht, um bei den Temposündern nur abzukassieren, wie die Ordnungshüter betonen, sondern um das Bewusstsein für die Risiken bei überhöhter Geschwindigkeit zu schärfen und die Zahl der Verkehrstoten an Rhein und Ruhr zu senken.

Bei der Premiere hatte die Polizei landesweit 456 000 Verkehrsteilnehmer kontrolliert, 17 169 fuhren seinerzeit zu schnell. Die erste Blitzaktion war ein Erfolg, weil an den 24 Stunden nur halb soviel gerast wurde wie sonst. Neu bei der Wiederholung am 3. Juli ist: Die Bürger können ihren zuständigen Kreispolizeibehörden selber Unfallschwerpunkte benennen. Am Montag hatten 150 Bürgerinnen und Bürger im Kreis Kleve von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht, wie Polizeisprecher Manfred Jakobi auf NRZ-Nachfrage mitteilte; auch gestern noch wurden weitere „Wut-Punkte“ entgegen genommen. „Wir haben reichlich Vorschläge bekommen“, war aus der Polizeizentrale in Kleve zu vernehmen.

Hado Ebben richtet seinen Blick in Richtung Speelberger Straße. „Da hinten blitzen die Polizeibeamten; erst vor ein paar Tagen waren sie wieder hier, ich habe mich mit ihnen unterhalten“, berichtet er. „Das ist mir gar nicht so klar gewesen, dass sie an der Kreuzung Speelberger Straße blitzen“. Auf der K 16 gilt Tempo 70. In den Kreuzungsbereichen 50 km/h. Vorsicht-Kinder-Schilder mahnen die Autofahrer zusätzlich, den Fuß vom Gaspedal zu nehmen.

Offenbar zwecklos. „Wir haben es doch selbst erlebt, wie schnell hier gefahren wird“,sagt der passionierte Radfahrer. Seine Frau Gertrud erlitt als Linksabbiegerin einen bösen Unfall, als ihr an der Ampel hinten jemand auffuhr: „Mit voller Wucht, Totalschaden.“ Aus der gleichen Richtung, der B 220, kam ein offenbar angetrunkene Fahrer, der den Zaun durchbrach und in den Büschen vor einem Baum zum Stehen kam - auf dem Ebbenschen Grundstück.

Gerade im Kreuzungsbereich Weseler Straße/Speelberger Straße passierten immer wieder Unfälle, weiß Ebben: „Es sind vor allem die Lkw, die viel zu schnell fahren.“ Kein Wunder, dass er und viele Anwohner den 3. Autobahnanschluss herbei sehnen, um die Weseler Straße zu entlasten.

Weitere „Wut-Punkte“, die Leser nannten, sind der Hohe Weg und die Verborgstraße in Hüthum, und Bettina Nitsche fände es gut, wenn auch auf der Hauptstraße in Vrasselt im Bereich Antonius- und Verbindungsstraße geblitzt würde: „Hier befindet sich auch eine Bushaltestelle für Schulkinder. Es ist eine Tempo 30-Zone, aber die wenigsten halten sich dran.“

 
 

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