Es ging um Fracking und die Wasserqualität

Welche Gefahren drohen dem Trinkwasser durch Fracking? Eine Frage, die Grünen-Politiker und Bundestagsabgeordneter Oliver Krischer zu beantworten suchte.
Welche Gefahren drohen dem Trinkwasser durch Fracking? Eine Frage, die Grünen-Politiker und Bundestagsabgeordneter Oliver Krischer zu beantworten suchte.
Foto: WAZ FotoPool
Rund 50 interessierte wollten wissen, welche Gefahren vom Fracking auf das Trinkwasser ausgehen. Grüne fordern einen Stopp der Verpressung mit giftigen Chemikalilien und Reform des Deutschen Bergrechts.

Rees..  „Nach wie vor gibt es keine zufriedenstellende Regelung zum Fracking, aber wir brauchen eine!“ Mit dieser Feststellung schloss Ute Sickelmann, Fraktionsvorsitzende von Bündnis ‘90/Die Grünen im Kreistag Kleve, die Veranstaltung zum Fracking. „Risiken der Fracking-Technologie – Risiken für das Trinkwasser!“ war der Abend im Bürgerhaus Rees überschrieben, an dem rund 50 interessierte Besucher teilnahmen. Als „Grüner Energieexperte“ war Oliver Kirscher, Mitglied des Bundestages und stellvertretender Fraktionsvorsitzender von Bündnis ‘90/Die Grünen, mit von der Partie. Bedauerlicherweise hatte der Leiter der Wasserwerke Wittenhorst, Günther Elting, kurzfristig abgesagt.

Zunächst sensibilisierte Oliver Krischer die Anwesenden mit einer beeindruckenden Präsentation „Risikotechnologie Fracking“. Dargestellt wurden eingangs die unterschiedlichen technischen Verfahren zur konventionellen und der unkonventionellen Gasförderung. Er stellte besonders die mit der Fracking-Technologie verbundenen Risiken für Wasser, Luft, Landschaft und Umwelt heraus.

Äußerst kritisch beurteilt MdB Krischer die derzeitige rechtliche Situation. Das Bundesbergbaugesetz von 1980 sei für ein Genehmigungsverfahren völlig ungeeignet. „Es enthält keine speziellen Regelungen über Fracking und keine Regelungen über Umweltverträglichkeitsprüfungen“, sagt er. Seine Forderung: Das Gesetz müsse grundlegend reformiert oder abgeschafft werden. Auf den Koalitionsvertrag eingehend, vermisse er konkrete Vereinbarungen zum Fracking. „Bisher ist nicht in Ansätzen erkennbar, was die große Koalition tun wird“, merkte er an.

Resolutionen der Kommunen

Die Grünen forderten deshalb u.a. klare gesetzliche Regelungen, die Fracking nicht zulassen, einen Stopp der Verpressung mit giftigen Chemikalien und eine grundlegende Reform des Deutschen Bergrechts. Krischer begrüßte die europaweite Entwicklung: Viele Länder hätten sich bereits in Moratorien kritisch zum Fracking positioniert.

Kreistagsabgeordnete Ute Sickelmann machte auf die gefassten Resolutionen durch Kreistage und Stadtparlamente aufmerksam, drängte aber weiterhin, mit vielen gezielten Aktionen „Druck aufzubauen“ und die Bundesregierung „voran zu treiben“.

Der Appell, fraktionsübergreifend zu agieren, nahm der stellvertretende Vorsitzende des FDP Ortsverbandes Rees, Wilhelm Brull, zum Anlass, das Plakat der FDP vorzustellen „Mach mit, Stopp Fracking“.

Gabriele Obschernicat von der Hamminkelner Interessengemeinschaft Gegen Gasbohren merkte an, dass die Industrie sorgfältig beobachte, wie sich die Bevölkerung zur Thematik Fracking verhält und verwies auf eine diesbezügliche Dokumentation. Als Initiative würden sie, wegen des besseren Nachdrucks, eng mit der Politik zusammenarbeiten wollen. Hinweisend auf laufende Aktionen gegen Fracking sei sie überzeugt, dass zur Zeit „eine ganze Menge passiert“.

Sorgen bereitet einigen Diskussionsteilnehmern das in Vorbereitung befindliche Freihandelsabkommen. Es müsse verhindert werden, dass „durch die Hintertür“ Fracking in Deutschland legalisiert werde.

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