Erfreuen an der erwachenden Natur

Millingen..  Etwas besorgt gingen die Blicke einiger Mitglieder des Heimatvereines Millingen-Empel zum Himmel. Bauten sich doch dort dicke Wolken auf und erste Regentropfen fielen vor der traditionellen Osterwanderung. Aber die Wanderung absagen kam nicht in Frage, war man doch mit Schirmen und Regenjacken gut ausgerüstet. Kurze Zeit später strahlte aber schon die Sonne.

Hans Tenbrink, der seit Jahren die Wanderungen des Heimatvereines vorbereitet, hatte wieder einmal eine schöne Route ausgewählt. Vorbei an hübschen Vorgärten, in denen die Narzissen, Hyazinthen und die ersten Tulpen blühten, ging es Richtungen Fußballplatz. Die Bahnschienen wurden überquert, links hinter den Schienen ging es weiter entlang des Lessingweges. Die Wandergruppe erfreute sich hörbar an der erwachenden Natur. Die Forsythien leuchteten gelb, Blutjohannisbeeren standen in voller Blüte. Auch die japanischen Kirschbäume hatten endlich gewagt, ihre zarten Blüten dem Himmel entgegen zu strecken. Auch das erste zarte Grün an einigen Büschen zeigte, dass die Natur endlich aus ihrem Winterschlaf erwacht ist.

Vorbei ging es an dem „versunkenen Rittersitz“. Der 79-jährige Nobert Behrendt wusste wieder einmal viele Geschichten und Legenden zu erzählen. Vom Schmied aus Millingen oder einer Lehrerin, die später einem Orden beigetreten ist. Aber auch von Menschen, denen der 2. Weltkrieg übel mitgespielt hat.

Über den alten Deichweg ging es weiter vorbei an dem kleinen Schlösschen Hueth. Am 25. Juni 1361 hatte der Graf von Kleve dem Ritter Rutger von Heker die Erlaubnis erteilt, in der Hetter eine Burg zu bauen. Die war drei Jahre später dann fertiggestellt. 1872 erbten die Freiherren von Wittenhorst-Sonsfeld dieses Schloss, denen es heute noch gehört.

Bei den Kämpfen um Bienen im März 1945 wurde das Haupthaus schwer beschädigt. Die Vorburg ist heute privat bewohnt und kann daher nicht besichtigt werden. Aber auch von außen lohnt sich ein Blick. Zumindest fand das Werner Schmal aus Goch, der von der Wanderung des Millinger Heimatvereines gelesen und sich spontan entschlossen hatte, sich anzuschließen.

„Ursprünglich bin ich aus Berlin“, erklärte Schmal, „wohne aber seit Jahren am Niederrhein.“ So eine Wanderung sei immer eine Gelegenheit, den wunderschönen Niederrhein näher kennen zu lernen.

Zum Schluss wartete eine liebevoll gedeckte Kaffeetafel auf die Osterwanderer.

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