Entwarnung für alten Pionierhafen

Hier befand sich der Übungshafen der Flusspioniere.
Hier befand sich der Übungshafen der Flusspioniere.
Foto: WAZ FotoPool
Bezirksregierung Düsseldorf sichert satte 38 Hektar für den Naturschutz. Dadurch würden die Pläne der Stadt aber nicht berührt, so der 1. Beigeordnete.

Dornick..  Das Kasernengelände am Nollenburger Weg hat die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) an die Mona GmbH verkauft. Doch was ist zwischenzeitlich mit dem alten Pionierhafen in Dornick geschehen? Das einstige Übungsgelände ist nach NRZ-Informationen zum 1.1.2013 vom Bund an die BImA übergegangen und das Hafengebiet an die Bundesforstverwaltung. Dass ansonsten aber in Dornick der See still ruht, liegt unter anderem daran, dass über das Pumpwerk noch Untersuchungen laufen, bei denen es um die wichtige Frage geht, ob die Station noch in Ordnung ist oder saniert werden muss, was beim Kaufpreis von Belang ist. „Die BiMA ist dabei, die gesamte Frage der Entwässerung zu klären“, so der 1. Beigeordnete Dr. Stefan Wachs auf NRZ-Nachfrage.

Für die Natur

Hinter dem Deich hat die Bezirksregierung Düsseldorf Fakten geschaffen, indem sie 38 Hektar für den Naturschutz einstweilen gesichert hat. Dieses Gebiet wird im Süden begrenzt durch das FFH-Gebiet „Naturschutzgebiet Grietherorter Altrhein“, im Nordosten durch das NSG-Gebiet Bienener Altrhein, Millinger und Hurler Meer und das NSG Empeler Meer und grenzt nordwestlich an das FFH-Gebiet Dornicksche Ward. Die Sicherstellung erfolge vor allem wegen der Nähe zum Vogelschutzgebiet Unterer Niederrhein und zur Entwicklung eines naturnahen Altrheinabschnittes. Als schützenswert aufgeführt werden u.a. Rohrammer, Blaukehlchen, Wiesenpieper, Wachtelkönig, aber auch Fische. Verboten sind u.a. das Abstellen von Wohnwagen, das Anlegen von Bootsstegen, frei herumlaufende Hunde und das Beschädigen oder gar Beseitigen von Bäumen, Sträuchern, Hecken und Gehölzen. Eine Ausnahme kann die Bezirksregierung für Anlage und Betrieb eines „verträglichen Hafenbereichs für Sportboote“ machen.

Durch die Sicherstellung nicht berührt wird der größte Teil der Fläche diesseits des Deiches, für die der Rat Mitte 2008 eine städtebauliche Rahmenplanung beschlossen hatte. Im Bereich Wengeweg/Dorfstraße können u.a. sieben bis zehn Wohneinheiten gebaut werden. Die Interessengemeinschaft bauwilliger Dornicker steht Gewehr bei Fuß.

Die von Düsseldorf dem Naturschutz überlassene Fläche ist augenscheinlich etwas größer als zunächst angenommen, scheint aber die Entwicklungspotenziale der Stadt nicht weiter zu stören. Entwarnung also. Dazu Dr. Wachs nach Vergleich des entsprechenden Kartenmaterials: „Im Süden und im ostwärtigen Teil sind die Flächen offensichtlich etwas erweitert worden. Im nördlichen, die städtebaulichen Überlegungen betreffenden Teil, ist alles beim Alten geblieben.“ Fazit von Wachs: „Der weiteren Entwicklung des Geländes steht die ordnungsbehördliche Verordnung mithin nicht entgegen.“

 
 

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