Emmericher Bürgerbus wird immer beliebter

Die Fahrer des Bürgerbusses kamen jetzt zu einer Adventsfeier zusammen.
Die Fahrer des Bürgerbusses kamen jetzt zu einer Adventsfeier zusammen.
Foto: WAZ FotoPool
Der Verein sucht aber dringend weitere Fahrer, um den Service aufrecht erhalten zu können.

Emmerich..  Anna und Johanna gehören zu den Schulkindern, die jeden Morgen gegen 7.50 Uhr auf ihren Bus warten, der sie zur Schule nach Emmerich bringt. Sie wohnen auf einem der Bauernhöfe in Klein-Netterden, die vom Linienverkehr der großen Niga-Busse aus Rentabilitätsgründen nicht angefahren werden. Doch es gibt den Bürgerbusverein, dessen Fahrer sie sicher zu ihrer Schule bringt.

Doch die Fahrer der kleinen achtsitzigen Busse transportieren auch gerne ältere Mitbürger, die in den Ortsteilen Leegmeer und Speelberg wohnen und ins Stadtzentrum wollen. Als Dankeschön für die ehrenamtliche Arbeit der Fahrer und Fahrerinnen gibt es in jedem Jahr einen Ausflug und eine besinnliche Adventsfeier.

Zu lezterer traf man sich jetzt in den Räumen der AWo im Willibrord-Gymnasium. Vorsitzender Willi Loevering begrüßte die etwa 50 Anwesenden, zu denen auch zwei Mitglieder aus dem Jahr der Vereinsgründung zählten, Herbert Trüpschuh und eine der ersten Fahrerinnen Hanna Jatzkofski. Vor dem leckeren Essen – serviert wurde Mus mit Mett – gab er einen kleinen Rückblick auf das Jahr 2014. Loevering verwies zunächst noch einmal auf den ehrenvollen Bürgerpreis der Stadtsparkasse, der dem Verein Ende 2013 verliehen wurde. Im April 2014 staunten die Besucher über die Vorstellung des mittlerweile fünften Bürgerbusses seit Gründung des Vereins im Jahre 1986. Gleichzeitig wurden die neuen Fahrerwesten mit dem Logo des Bürgerbusvereins getragen.

Ein großes Problem sieht der Vorsitzende auf den Verein zukommen. Zur Zeit übernehmen 13 männliche und drei weibliche Fahrer die meist stündlichen Fahrten. Eng wird’s, wenn Fahrer krank werden. Daher werden dringend neue Fahrer gesucht. Ihre Fahrtüchtigkeit wird jährlich durch eine ärztliche Untersuchung überprüft.

Willi Loevering wies darauf hin, dass manche Stadtteile durch den „normalen“ Busverkehr aus Kostengründen nicht angefahren werden. Hier hilft – wie in ähnlich strukturierten Städten – eine Initiative des Landes NRW aus dem Jahre 2013. Das Land bezuschusst die Anschaffung eines Kleinbusses (acht Sitze) mit 50 Prozent. Die andere Hälfte zahlt die Stadt. Für die Fahrplanerstellung und Wartung ist in Emmerich die Niag verantwortlich. In Zukunft kann Hans-Joachim Kairies dabei eine wertvolle Hilfe sein. Er hat bei Mercedes nämlich die entsprechenden technischen Kenntnisse erworben.

Der Bürgerbus findet inzwischen in der Bevölkerung immer größeren Zuspruch. Das lässt sich aus den Beförderungszahlen ablesen. Im Jahre 2009 nutzten 14000 Gäste den Bus, in diesem Jahr werden es etwa 40000 sein. Niedrige Preise (50 Cent für Kinder bis 14 Jahre und 80 Cent für Erwachsene) ermöglichen auch finanzschwachen Bürgern die Fahrt ins Stadtzentrum und zurück.

 
 

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