Eltens Weg zum Luftkurort

Sarah Eul
Hoch-Elten und sein Masterplan ist auch ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum Luftkurort.
Hoch-Elten und sein Masterplan ist auch ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum Luftkurort.
Foto: www.blossey.eu
Das Prädikat Erholungsort hatte Elten schon einmal. Nun arbeitet das Silberdorf an dem nächsten Schritt. Dieser ist eine wichtige Etappe für das lang fokussierte Ziel: den Kneipp-Kurort.

Elten.  Das Endziel ist klar definiert. Und das schon seit Jahren: Elten will Kneipp-Kurort werden. Doch der Weg dahin braucht Zeit. Und führt über Etappen. Das weiß auch Tourismus-Chefin und Kneipp-Vereins-Vorsitzende Dr. Manon Loock-Braun. „Es gibt ein gestaffeltes Prädikatisierungsverfahren. Zunächst erlangt man den Status Erholungsort und dann Luftkurort. Und dann bedarf es einen großen Schritt um Kneipp-Kurort zu werden.“ Erholungsort war und ist das Silberdorf bereits. Um nun das langfristige Ziel Kneipp-Kurort zu erreichen haben sich Kneipp-Verein und Stadt auf den Weg gemacht, Luftkurort zu werden und so Elten wieder einen Titel zu verschaffen, den es bereits 1894 führte (siehe Box).

Viele wichtige Bausteine

Seit zehn Jahren werden bereits sukzessive Voraussetzungen geschaffen. Einrichtungen wie der Barfußpfad, aber auch die kneipp’schen Tret- und Armbecken sind zum Beispiel nur einige der wichtigen Bausteine. In den nächsten Jahren wollen die Initiatoren nun den großen Sprung wagen – und die Zertifizierung angehen. Damit dies auch im ersten Anlauf gelingt, wird derzeit an einer Vorbeurteilung gearbeitet, die wiederum verschiedene Gutachten beinhaltet. Eines davon befasst – klar – mit der Lufthygiene im Ort. Anfang September wurden daher mehrere Messgeräte im Ort installiert. „Wöchentlich müssen wir nun Teile des Behälters einschicken“, erklärt Loock-Braun. Noch liegen keine Ergebnisse vor. Zwölf Wochen lang werden aber die Luftverhältnisse gemessen.

Noch drängt die Zeit auch nicht. Denn um das Zertifikat zu bekommen, gilt es einiges zu erfüllen. „Die Liste ist lang“, weiß die Tourismuschefin. Doch rund 80 Prozent könnte Elten bereits vorweisen. Doch auch die restlichen 20 Prozent zu schaffen, „ist sicher machbar.“ So spielt etwa das Vorhaben von Dr. Med. Arun Subburayalu, ein größeres Gesundheitszentrum in Elten zu schaffen, dem Projekt „Luftkurort“ mehr als in die Karten. Gleiches gilt für den Masterplan Hochelten. „Dieser beinhaltet vieles, was auch unter die Bestimmungen zum Luftkurort fällt“, erklärt Manon Loock-Braun. So ist darin zum Beispiel eine Tourist-Info oben auf dem Eltenberg eingezeichnet. Auch diese ist eine Voraussetzung, die noch für eine erfolgreiche Zertifizierung als Luftkurort geschaffen werden müsse. „Es ist schön, wie einige Vorhaben rund um Elten ineinandergreifen“, sagt Loock-Braun.

So steht diese auch im engen Kontakt zum neuen Eigentümer des Waldhotels. Denn 100 Betten müssen vorgewiesen werden. „Dafür müssen wir schon alles zusammenkratzen was wir haben.“ Ebenfalls noch Bestimmung und in der Mache: ein Terrainkurwege . Also Wege mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden. Was dann den Kneipp-Kurort angeht, muss dann noch einmal eine ganz volle Schuppe an medizinischen Anforderungen draufgelegt werden. Doch nun steht erst einmal der Luftkurort im Vordergrund. Und bis der Titel unter dem Ortseingangsschild prangt, könnte es noch drei bis fünf Jahre dauern.

HINTERGRUND:
Walter Axmacher hat es in seinem Buch über das Silberdorf mehrfach erwähnt. Elten war schon einmal Luftkurort – und zwar führte es den Titel seit 1894.

Das Zertifikat wurde noch einmal aufgefrischt. Nach Erstellung eines Gutachtens bekam Elten noch einmal am 14. April 1943 die Anerkennung als Luftkurort ausgesprochen.

In den 70er-Jahren änderten sich dann die Bestimmungen für die Bezeichnung Luftkurort. Elten konnte kein Haus des Gastes oder 250 Gästebetten vorweisen.