Elke Spörkel verlässt die Ev. Gemeinde in Haldern

Gut besucht war die Gemeindeversammlung in Haldern.
Gut besucht war die Gemeindeversammlung in Haldern.
Foto: Konrad Flintrop
Pfarrerin Elke Spörkel verlässt Haldern. Zunächst übernimmt Pastor Thölke die Aufgaben mit halber Stelle. Zusammenschluss ist nicht ausgeschlossen.

Haldern..  Die Evangelische Kirchengemeinde Haldern steht vor großen Herausforderungen. „Die verschiedenen Gruppen werden sich künftig größtenteils selbst organisieren müssen“, erklärte Pfarrer Thomas Brödenfeld, Superintendent des Kirchenkreises Wesel, bei der Gemeindeversammlung. Grund: Pfarrerin Elke Spörkel verlässt die Gemeinde, in der sie fast 30 Jahre tätig gewesen ist. Bis auf weiteres wird Pastor Gernot Thölke Haldern betreuen.

Zusammenarbeit schwer vorstellbar

Wegen einer längeren Erkrankung mit stationären Phasen war Elke Spörkel schon seit März nicht mehr in der Gemeinde tätig. „Manchmal können Verhalten oder Person eines Pfarrers dazu führen, dass eine stellengebundene Zusammenarbeit nur noch schwer vorstellbar ist“, so Brödenfeld. Genau das habe sich gezeigt in den zahlreichen gemeinsamen Gesprächen mit Pfarrerin Spörkel sowie Vertretern der Gemeinde. Wie bekannt hatte Hans-Gerd Spörkel vor drei Jahren seiner Gemeinde mitgeteilt, dass er durch eine Geschlechtsveränderung nun rechtlich eine Frau sei und sich Elke genannt. Das hatte zu Irritationen in der Gemeinde geführt. „Ich möchte darum bitten, die Erinnerung nicht allein auf die jüngste Vergangenheit zu richten, sondern dabei auch die positiven Erlebnisse im Hinterkopf zu haben“, appellierte Brödenfeld an die Versammlung. In Zusammenhang mit Elke Spörkel wurde sogar wörtlich von „verwöhnten Gemeindegliedern“ gesprochen.

Wie es weitergeht in Haldern, ist nur mittelfristig zu beantworten. Zunächst wird Pastor Gernot Thölke Haldern weiter betreuen. Allerdings hat Thölke nur eine halbe Pfarrstelle und wird bei weitem nicht so viel Zeit investieren können, wie dies Pfarrerin Spörkel möglich war.

Wiedereingliederung

Langfristig werden sich die Gemeindeglieder aller Reeser Gemeinden auf teilweise Zusammenlegung einstellen müssen. In diesem Zusammenhang wurden Haldern, Rees, Millingen und Emmerich genannt. Eine Möglichkeit, die seit Monaten diskutiert wird, ist ein Zusammenschluss der Gemeinden Haldern und Rees, da der Reeser Pfarrer Norbert Stephan im Herbst nächsten Jahres sich in den Ruhestand verabschieden wird.

Auch für Pfarrerin Spörkel ist eine Lösung innerhalb des Kirchenkreises Wesel gefunden. Ab sofort übernimmt sie im Rahmen einer Wiedereingliederung den Dienst im Bereich der Krankenhausseelsorge im Willibrord-Spital Emmerich. Zusätzlich wird sie ab 1. Januar kommenden Jahres für die Seelsorge in den drei evangelischen Altenheimen Kiek in den Busch und Willibrord in Wesel und dem Christophorus-Haus in Hamminkeln tätig sein – im Rahmen eines sogenannten „nicht stellengebundenen Auftrages“.

Es gab auch noch einen Rückblick auf die jüngste Presbyteriumswahl im Februar. Es wurde noch einmal auf die sehr gute Wahlbeteiligung mit 38 Prozent der Gemeindemitglieder hingewiesen.

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