Eine Bank setzt auf Stimmungsband

Mitgliederversammlung der Volksbank Emmerich Rees im Festzelt der Schützen in Praest.
Mitgliederversammlung der Volksbank Emmerich Rees im Festzelt der Schützen in Praest.
Foto: WAZ FotoPool
Mitgliederversammlung der Volksbank. Die Überraschung des Abends war Moderatorin und Sängerin Maike Bettray. Der Vorstandssekretärin brachten 1400 Mitglieder zum Geburtstag ein Ständchen.

Praest.  Es war das bestgehütete Bankgeheimnis, verriet der Aufsichtsratsvorsitzende der Volksbank Emmerich-Rees Wim Abbing zur Begrüßung launig. Wer also wird die große Mitgliederversammlung im Festzelt der Praester Schützen nach dem Ausscheiden von Theo Lörcks moderieren? Als eine mit rotem Kleid und Lederjacke bekleidete Rockröhre das Mikrofon ergriff und mit „Let me entertain you“ die ersten Gäste von den Stühlen riss, machte eine Frage die Runde: „Wo lernt man so gut zu singen?“ Im Vorstandssekretariat. Maike Bettray nämlich, Chefsekretärin von Holger Zitter, war die temperamentvolle und bejubelte Entertainerin des Abends.

Da fanden positive Fakten und Zahlen kaum noch Gehör. Die Mitglieder waren auf Partystimmung eingestellt. Sie waren schon eingangs vom Praester Blasorchester eingestimmt worden. Bei Schnitzel, Frikadellen, Mettenden und Käse feierten die Mitglieder wieder einmal eine erfreuliche Dividendenzahlung von 7,5 Prozent und fieberten den Gewinnen der Tombola entgegen.

Maike Bettray hatte den Praester König Nicolas Epping als Assistenten der Ziehung ausgewählt. Stadtführungen in Emmerich, Rees und Isselburg für acht Personen mit anschließendem Essen, ein Spanferkel, ein 50 Liter Bierfass, eine Führung durch die Scholtenmühle und ein Essen für zehn Personen bei „Franz“ gehörten zu den Gewinnen. Die Azubis Michael Gremann und Marco Wiesmann überbrachten formvollendet in schwarzen Anzügen mit weißen Handschuhen die Gewinne.

Dann verriet ein Garderobenständer, bestückt mit bunten Oktoberfesthüten, den Höhepunkt des Abends: Die LichtenSteiner stürmten die Bühne. Nicht viel Eingewöhnungszeit bedurfte es, bis die bayrische Stimmungsmusik beim „ersten Oktoberfest in diesem Jahr“ im Festzelt anschlug. Da wurden Volksbank-Fähnchen kollektiv durch die Luft geschwenkt. Da stimmten die Musiker den Zillertaler-Hochzeitmarsch an, spielten das Trompetenecho und sangen Bauern tauglich von der „Resi und dem Traktor“. Aber in Karnevalshochburgen wie Emmerich und Rees punkteten sie besonders beim Vorstand mit klassischen Stimmungsliedern wie „Rot, rot, rot sind die Rosen“, „Schatzi, schenk’ mir ein Foto“ oder „Der Stern, der deinen Namen trägt“. Den Mitgliedern gefiel‘s, so war der Wunsch nach Zugabe programmiert. Doch dann hatte Maike Bettray ihren großartigen Auftritt. „Du hast mich 1000 Mal belogen“ sang das Geburtstagskind, dem nach Blumen von Holger Zitter 1400 Gäste ein Ständchen zum 33. Geburtstag sangen. Das Singen hat sie aber nicht im Sekretariat gelernt, dort arbeitet sie nämlich erst seit März. Vielmehr ist sie in der Band Undercover eine feste Größe.

Wim Abbing bekannte, den Voba-Vorstand um dieses Talent zu beneiden. Nur, so lässt sich vermuten, müsste man über die Musikrichtung noch diskutieren.

 
 

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