Ein Zentrum der offenen Arme

Montag, den 06. 06.2011. SPD-Fraktion besucht Alevitisches Kulturzentrum in EmmerichFoto: Kurt Michelis WAZ / FotoPool
Montag, den 06. 06.2011. SPD-Fraktion besucht Alevitisches Kulturzentrum in EmmerichFoto: Kurt Michelis WAZ / FotoPool

Emmerich.. Das Alevitische Kulturzentrum hat sich blendend entwickelt. Die SPD war zu Besuch und genoss die Gastfreundschaft.

Meine Religion ist die Liebe. Meine Nationalität ist die Menschlichkeit. Mein Land ist die Welt. Diese Leitgedanken sind im Alevi Kültür Merkezi – dem Alevitischen Kulturzentrum in Emmerich – schwarz auf weiß zu lesen. Dass die in Emmerich etwa 50 Familien zählende Gemeinde diese Leitgedanken auch lebt, durfte jetzt die Emmericher SPD erleben.

Kurse von Folklore bis Gesundheit

Vor rund zweieinhalb Monaten wurde das Zentrum in der ehemaligen Feuerwehrwache an der Dederichstraße eröffnet (die NRZ berichtete). Viele Sozialdemokraten waren terminlich verhindert, weshalb jetzt nochmal ein gesondertes Treffen vereinbart wurde. „Wir wollen den Aleviten zeigen, dass wir auch für sie Ansprechpartner sind“, sagte Rolf Diekman, Fraktionsvorsitzender.

Seit der Eröffnung hat sich schon viel getan. Das Zentrum lebt, aber der bauliche Zustand war nicht berauschend. Mit viel Einsatz haben die Aleviten die Räumlichkeiten auf Vordermann gebracht, schildert Suna Demir, eine der Vorsitzenden des Vereins. In der ersten Etage ist der große Treffpunkt für alle Besucher. Parterre entsteht ein Jugendtreff, „damit die Jugend nicht nur vor dem Computer sitzt“, sagt Demir. In der zweiten Etage finden Kurse statt: von Deutsch über Gitarre und Folklore bis Gymnastik für Frauen und aktuelle Gesundheitsthemen. Einmal im Monat gebe es ein offenes Frühstück mit Tanz und Gesang. Ansonsten ist gerade sonntags viel los im Aleviten-Zentrum.

Positiv fiel der SPD auf, dass viele Frauen sehr aktiv in dem Verein seien. „Das Paradies liegt unter den Füßen der Frauen“, sei laut Demir eine Redewendung bei den Aleviten. Sultan Seyrek, Integrationsratsvorsitzende, wisse, dass in manchen muslimischen Familien die Frauen mehr im Hintergrund stünden, aber: „Ihr würdet Euch wundern, wie viele muslimische Frauen zuhause das Sagen haben.“ Vorgestellt wurde auch der Sonntag gewählte „Dede“ Mehmet Yücem. Er ist somit sozusagen der Geistliche der Aleviten.

Sachspenden erwünscht

Die Aleviten würden sich sehr über Tisch- und Stuhlspenden für das Kulturzentrum freuen. Ferner sind Buchspenden jeglicher Art für die Bibliothek gern gesehen. Kontakt: Suna Demir, 02828/3240034, oder Cidem Atas, 02822/6968601.

 
 

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