Ein wohldosiertes Klangspektrum boten die Mädchenchöre

Emmerich.  Sie hatten eine lange Reise hinter sich und freuten sich, nach etwa acht Stunden Busfahrt endlich ihr Ziel Emmerich erreicht zu haben. Anna und Klara gehörten zu den Mitgliedern des Mädchenchores Rottweil, der mit dem Jungen Chor St. Ursula Villingen zur Feier des 50-jährigen Jubiläums von Heilig Geist vom Schwarzwald an den Niederrhein gekommen waren. Die 15- und 16-jährigen jungen Damen waren bereits 2014 in Emmerich zu hören. „Schuld“ an diesen Begegnungen waren die Kontakte zum Chorleiter Andreas Puttkammer, einem gebürtigen Emmericher.

In seinem diesjährigen Konzert in der Heilig-Geist Kirche stellte der erfahrene Chorleiter Werke aus drei Bereichen vor, einem geistlichen Teil, einem mit weltlicher Chormusik und mit Chorstücken aus der Rock- und Popmusik. Am Flügel begleitete Gerlinde Puttkammer. Bei mehreren Stücken vernahm man auch den dunklen Klang der Cajon (gespielt von Vincent Löbner), einer Kistentrommel aus Peru.

Nach einer kurzen Begrüßung durch Michael Lattek, Pastoralrefe-rent von St. Christophorus, stimmten die Gäste aus dem Schwarzwald mit einem wohldosierten Klangspektrum ihre Zuhörer in eine stimmige musikalische Atmosphäre mit dem „Kyrie“ von Hugo Hammerstein ein. Aus einer kleinen geistlichen Kantate von Heinrich Schütz hörte man dann den Kammerchor - eine ausgereifte Leistung. Mit zwei Werken der Romantik beschloss der Chor den ersten Teil.

Der zweite Teil begann mit einem Werk von Henry Purcell. Zwei Solistinnen und die Cajon brachten eine neue Klangvariante ins Konzert. Dominierend neben dem klaren hellen Gesang der Solistinnen war der dunkle Ton der Cajon. Eine besondere Beziehung und zwei gemeinsame Konzerte verbinden den Chor mit dem bekannten belgischen Mädchenchor „Scala“ unter der Leitung der Kolacny Brothers. Von ihnen sangen sie zwei Songs: „Exit music“ und „Evigheden.“ Ein geräuschintensives „Gogoli“ von Wolfram Buchenberg, gekennzeichnet durch Klatschen und Stampfen, leitete zum letzten Teil über. Songs von Police, Taylor Swift oder Eric Whitacre sorgten für den rhythmischen Pfiff, bei dem auch Max Löbner, Bassgitarre, zur Geltung kam. Doch die Zu-hörer sollten mit einbezogen werden. Geschickt hatte Andreas Puttkammer eine Möglichkeit gewählt, alle zu beteiligen. Sie sangen nur einen Ton, während die Mädchen dazu verschiedene Melodien ergänzten. Bei der Zugabe merkte man deutlich, was präzise Aussprache, intensives Training und gute Stimmen schaffen können.

 
 

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