Ein „Waren-Tsunami“ rollt an

Am Montag, 15.11.2010, faehrt ein Gueterzug aus den Niederlande in den Bahnhof in Emmerich ein. Der Bahnhof in Emmeich ist ein Knotenpunkt der Betuwe Strecke. Foto: Thorsten Lindekamp / WAZ FotoPool
Am Montag, 15.11.2010, faehrt ein Gueterzug aus den Niederlande in den Bahnhof in Emmerich ein. Der Bahnhof in Emmeich ist ein Knotenpunkt der Betuwe Strecke. Foto: Thorsten Lindekamp / WAZ FotoPool
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Emmerich. Der Verkehrsausschuss des Regionalrates der Bezirksregierung Düsseldorf traf sich zur Sitzung in Emmerich. Anlass: Die Stadt wird mit ihren 19 Bahnübergangen von der Betuwe besonders hart betroffen sein.

Dr. Stefan Wachs, Erster Beigeordneter der Stadt Emmerich, schlug den Bogen von der Historie der geplanten Gütertrasse bis zur bedrohlichen Aktualität. Womöglich werden längst nicht alle Wünsche der Kommunen berücksichtigt.

Ob der ständigen zeitlichen Verschiebung der Baumaßnahmen schwant Gunhild Sartingen (SPD), Vorsitzende des Ausschusses, Böses. Ihre Fraktion habe kürzlich Maasvlakte I und II, die Erweiterungen des Hafens Rotterdam, besichtigt. Ihr Fazit: „Da rollt ein Waren-Tsunami auf uns zu.“ Während sich die Deutschen nur um Verfahren kümmerten, werde der Tsunami aus den Niederlanden „uns überrollen.“

Jessner: Emmericher als „Europäer zweiter Klasse?“

Abgesehen davon, dass bis heute nicht eindeutig geklärt sei, wie genau der Konsens zwischen Bahn und Kommunen bezüglich der Beseitigung der Bahnübergänge aussehen muss, werde das Thema Katastrophenschutz noch Sorgen bereiten, schilderte Dr. Wachs: Die Ansichten der Bahn und der Feuerwehren, wie dieser auszusehen hat, „liegen diametral auseinander“.

Udo Jessner (SPD) erinnerte daran, mit welchem Aufwand die Niederländer die Betuwe im Sinne der Bürger ausgebaut hätten. Und in Emmerich? „Wir fühlen uns langsam als Europäer zweiter Klasse.“ Ingeborg Arndt (Grüne) findet die ganze Entwicklung „verzweiflungswürdig“. Sie fragt ferner, inwieweit der höchste technische Standard beim Lärmschutz eingesetzt werden müsse. Es gelte der zum Zeitpunkt des Verfahrens wissenschaftlich gesicherte Stand der Technik, erklärte Matthias Vollstedt, Hauptdezernent der Bezirksregierung.

Wie Ute Sickelmann (Grüne) berichtete, hat der Regionalverband Ruhr eine Ideenwerkstatt zur Entwicklung von Lösungen für den Trassenausbau initiiert, gefördert mit EU-Geldern. Sickelmann fragte, ob die Resultate für alle Kommunen „verfahrensrelevant“ sein würden: „Wir wollen gleiches Planungsrecht für alle Regionen.“ Vollstedt mahnte zur Vorsicht: „Was verfahrens- oder abwägungsrelevant ist, lässt sich nicht automatisch durchsetzen.“

 
 

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