Ein Plädoyer für Glaube, Sitte, Heimat

Das amtierendes Königspaar, König Niklas Jakobi und Königin Carina Döring, mit dem Thrngefolge.
Das amtierendes Königspaar, König Niklas Jakobi und Königin Carina Döring, mit dem Thrngefolge.
Foto: NRZ
In einer Festschrift zum 325-jährigen Bestehen der St. Quirinus Schützenbruderschaft werden die Ideale mit neuem Leben gefüllt

Millingen..  Bei gutem Wetter rechnet Brudermeister Manfred Jakobi durchaus damit, dass am kommenden Sonntag zum 325-jährigen Bestehen der St. Quirinus Schützenbruderschaft 1300 Schützen mit Regenten, Throngefolge und Musikkapellen durch Millingen ziehen werden.

Doch ein Jubiläum ist auch ein Anlass innezuhalten und zu reflektieren. Wie gelingt es, überlieferte Ideale mit modernen Inhalten und neuem Leben zu füllen? Eine Antwort darauf soll die Jubiläumsfestschrift geben, die belegt: Hervorgegangen aus einer Schutzgemeinschaft vor 325 Jahren lebt der Anspruch, füreinander da zu sein, auch heute noch im Gemeinwesen weiter.

„Es ist weder abwegig, langweilig noch veraltet, für seinen christlichen Glauben zu leben und dabei andere Glaubenrichtungen zu akzeptieren“, schreibt Brudermeister Manfred Jakobi, der die Festschrift konzipierte, in seinem Vorwort. So stellt er den Leitgedankenden der Bruderschaften „Für Glaube, Sitte, Heimat“ in den Fokus der Festschrift. Den Einstieg vermittelt der Heimatforscher Norbert Behrendt, der einen umfangreichen Bericht über Millingen im Mittelalter und die Anfänge des Schützenwesens verfasste. Hier ist zu finden, dass sich die Schützenvereine zum Selbstschutz für ihren Heimatbereich organisierten. Und so sieht in der Festschrift auch Bezirksbrudermeister Johannes Griebler die Zukunft der Bruderschaften darin, in einer starken, belastbaren Gemeinschaft zu leben, „die nicht nur als Schützenfestgemeinschaft taugt, sondern auch in Notsituationen zusammenhält, den Einzelnen trägt und sich dabei von christlichen Grundsätzen leiten lässt.“

Manfred Jakobi konnte drei Mitglieder der Bruderschaft gewinnen, die bereit waren, ihre Interpretation von Glaube, Sitte, Heimat niederzuschreiben.

Drei Interpretationen

Wie Hubert Terhorst, Vorsitzender der KAB Millingen: „Viele Mitglieder sind in kirchlichen und gemeinnützigen Vereinen für die Dorfgemeinschaft aktiv. Dieses freiwillige Engagement und der Einsatz für mehr Miteinander ist für mich ein Zeichen von gelebtem Glauben.“ Diakon Bernhard Hözel beschäftigt sich mit der Deutung des Wortes Sitte, als eine in der Gemeinschaft übliche, traditionell überlieferte Gewohnheit, ein für das Zusammenleben in der Gemeinschaft ethischer und moralischer Wert. „Aber dieser darf den einzelnen nicht überfordern“, so Hözel, tue er das, müsse die Sinnhaftigkeit und Erfüllbarkeit der Normen überdacht werden. Wichtig bleibe, sich an christlichen Werten und Menschenrechten zu orientieren.“

Mit dem Zitat von Herbert Grönemeyer „Heimat ist kein Ort, Heimat ist ein Gefühl“ wendet sich Dr. Bruno Ketteler dem Begriff Heimat zu. „Heimat ist der Ort, an dem man sich zuhause fühlt ... das sind liebe Nachbarn, die helfen, wenn Hilfe gebraucht wird, die Schützen des 7. Zuges oder der Blick in den Sonnenuntergang am Millinger Meer. Weil es das alles in Millingen gibt, ist dieser Ort meine Heimat.“

Am Wochenende wird die Bruderschaft noch enger zusammenstehen und mit Niklas Jakobi, der Sohn des Brudermeisters, als König ein tolles Jubiläum feiern.

 
 

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