Ein Klärwerk für zwei Städte

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Rees/Kalkar. Nach Inbetriebnahme der Druckrohrleitung wurde die Kläranlage in Haffen gestern außer Betrieb gesetzt. Kalkar und Rees sind nunmehr komplett an die Kläranlage in Kalkar-Hönnepel angeschlossen.

Da soll noch jemand sagen, der Rhein sei eine natürliche Grenze. Gestern wurde sie per Druck auf den roten Signalknopf aufgehoben. Auf jeden Fall in Sachen Abwasser. Denn seit gestern sind die beiden Städte Kalkar und Rees komplett an die Kläranlage in Kalkar-Hönnepel angeschlossen – rheinunterschreitend.

„Wenn überall die Zusammenarbeit so gut klappen würde wie hier im Abwasserbehandlungsverband!“, lobten die beiden Bürgermeister Christoph Gerwers, Rees, und Gerhard Fonck, Kalkar, die unkomplizierte Bauphase. Wie berichtet hatten die Gremien des Abwasserbehandlungsverbandes Kalkar-Rees im Jahr 2010 beschlossen, eine Druckrohrleitung von der Kläranlage Rees-Haffen bis zum Anschlusspunkt an der Rauhen Straße einzurichten. Diese Leitung ist nun fertiggestellt und ging gestern ans Netz.

Verbindung erfolgt „rheinunterschreitend“

Knapp sieben Kilometer lang ist die Leitung und wird ab sofort das Abwasser von Haffen und Mehr über das Kanalnetz der Stadt Rees zur Kläranlage Hönnepel transportieren. Damit wird das gesamte Abwasser der Städte Rees und Kalkar mit ihren Ortsteilen zentral der biologischen Reinigung zugeführt. Die Kläranlage in Haffen wird nach der erfolgreichen Inbetriebnahme der Druckrohrleitung stillgelegt. „Dadurch können wir Personalkosten reduzieren“, so Betriebsleiter Heinz Arntz. Zwar würden keine Stellen abgebaut, aber man könne die eigenen Leute anderweitig einsetzen, wofür vorher Fremdfirmen eingesetzt werden mussten. Auch wären für die Haffener Kläranlage enorme Sanierungskosten angefallen.

Die Bauarbeiten zur Errichtung der Druckrohrleitung wurden von der Strabag AG durchgeführt und durch die Ingenieurgesellschaft Wetzel und Partner, vertreten durch Dieter Karczweski, geplant. Die Bauzeit und die geplanten Kosten von einer Million Euro konnten eingehalten werden. Die Druckrohrleitung wurde im Spülbohrverfahren durchgeführt, so dass besonders wenige Eingriffe in die Landschaft vorgenommen werden mussten. Zukünftig fließen durch die zirka 25 Zentimeter dicke Druckrohrleitung etwa 250 000 Kubikmeter im Jahr. Diese Leitung ist so ausgelegt, dass sie auch das Abwasser des geplanten Ferienparks, auch mit 400 Häusern, aufnehmen könnte. „So eine Drucklufthebeanlage befördert beispielsweise Wasser auf die Zugspitze“, so Karczweski.

 
 

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