Ein Baum für jedes Enkelkind

Irene und Karl Pastor haben viele hübsche Ecken in ihrem Garten, wo es sich lohnt, innezuhalten und die Pflanzenwelt zu genießen. 
Irene und Karl Pastor haben viele hübsche Ecken in ihrem Garten, wo es sich lohnt, innezuhalten und die Pflanzenwelt zu genießen. 
Foto: FUNKE Foto Services
Von der Terrasse aus blicken Karl und Irene Pastor auf drei Geburtenbäume.Überall im Garten haben sie Plätze zum Verweilen eingerichtet

Empel..  Wenn sich Karl Pastor mit der Kommission von „Unser Dorf soll schöner werden“ auf den Weg machte, um die Blumen- und Staudenpracht in Bienen zu beurteilen, dann gab es strenge Regeln, nach denen die Gärten gewertet wurden. In seinem eigenen Garten an der Hüttenstraße hat der 79-jährige Gärtnermeister die Staffel an seine Frau weitergegeben, deren Leidenschaft es immer schon war, den heimischen Garten neben der Gärtnerei zu pflegen und gestalten.

„Gerne und oft auch umzugestalten“, lacht Karl Pastor heute, der nach langer schwerer Krankheit froh ist, dass inzwischen die große Gartenanlage rund um das Anwesen pflegeleicht gestaltet ist. „Wir haben beispielsweise Bändchenfolie ausgelegt und darüber Rindenmulch geschüttet, so dass wir nur wenig Unkraut haben“, erklärt Karl Pastor. Von der Terrasse aus blicken sie auf drei schöne Bäume, wie Ahorn und Ginkgo, gepflanzt jeweils zur Geburt der zwei Enkelinnen und des Enkels.

In einer anderen Ecke des Gartens hat Karl Pastor ein altes Grabkreuz platziert. Nachdem er seinen Gärtnereibetrieb im Hauptberuf aufgeben musste – in jenen Jahren, als das Gärtnereisterben auf Grund hoher Energiekosten und der Konkurrenz aus dem Fernen Osten seinen Höhepunkt fand – wurde er als Friedhofsgärtner bei der Stadt Rees angestellt. „Gleich zu Beginn seiner Tätigkeit sollte er das Kreuz entsorgen, was er nicht übers Herz brachte“, erinnert sich seine Frau Irene. Er brachte es mit nach Hause und hält ihn in Ehren.

In seiner Gärtnerei war Karl Pastor damals einer der ersten, der Orchideen und Gerbera züchtete. Überhaupt war die Gärtnerei Pastor auf Schnittblumen spezialisiert, belieferte in den 80er Jahren ein eigens Blumengeschäft am Melatenweg. Es verging in Empel kaum ein Wochenende, an dem Ehepaar Pastor nicht Blumenschmuck für eine Hochzeit hätte gestalten müssen.

Wenn Irene Pastor wieder einmal im Garten ein Beet umgestalten wollte und ihr Mann seine Hilfe oder Beratung anbot, erhielt er oft die Antwort: „Du hast deine Schnittblumen, für den Garten bin ich zuständig.“ Aber wenn es darum ging, Wasserläufe zu bauen oder Technik zu installieren, dann musste Irene Pastor passen:„Ich habe die Ideen, aber technisch bin ich auf meinen Mann angewiesen. Und das seit 51 Jahren.“

Bis vor wenigen Jahren führte Karl Pastor die Gärtnerei im Kleinen weiter, heute stehen die Gewächshäuser leer. Doch die Liebe zu den Rosen ist geblieben, an vielen Stellen im Garten erblühen sie in den leuchtenden Farben. „Einen Preis würden wir heute nicht mehr bekommen, aber es gefällt uns so, wie es ist“, sagt der Fachmann, wenn er auch, krankheitsbedingt, seltener selbst Erde in die Hand nimmt. Dafür haben sich beide viele schöne Eckchen geschaffen, um, wie Karl Pastor sagt, „jeden Tag als Geschenk zu genießen“.

 
 

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