Die fusionierte Sparkasse Rhein-Maas zieht eine erste Bilanz

Gregor Reinen, Mitglied des Vorstandes der Sparkasse Rhein-Maas, zieht in seinem Emmericher Büro eine Zwischenbilanz zur Sparkassenfusion.
Gregor Reinen, Mitglied des Vorstandes der Sparkasse Rhein-Maas, zieht in seinem Emmericher Büro eine Zwischenbilanz zur Sparkassenfusion.
Foto: Thorsten Lindekamp
  • Mit großen Schritten in Richtung Fusion unterwegs und bisher voll im ehrgeizigen Zeitrahmen
  • Drei zentrale Bereiche sind im Emmericher „Althaus“ an der Agnetenstraße angesiedelt
  • Fusionsbedingte Kündigungen soll’s nicht geben und das Filialnetz flächendeckend erhalten bleiben

Emmerich/Rees.  Der Geldfluss firmiert unter neuem Namen. Sparkasse Rhein-Maas: Das Geldinstitut zwischen zwei Flüssen. Die neue Formel, die drei vorher selbstständige Kreditinstitute in Kleve, Emmerich-Rees und Straelen auf einen flüssigen Nenner bringt, ist eine Kreation des neuen Vorstandsvorsitzenden Rudi van Zoggel.

Dass Kunden anrufen und vor Schreck den Hörer gleich wieder auflegen, wenn sich ihr Kundenberater mit „Sparkasse Rhein-Maas“ meldet, kommt kaum noch vor. „Wir sind mit großen Schritten in Richtung Fusion unterwegs und liegen voll im Zeitplan“, sagt Vorstandsmitglied Gregor Reinen.

Das Pressegespräch findet nicht am Sitz der Fusionssparkasse in Kleve statt, sondern in Emmerich. An einem M-Tag. Meistens montags und mittwochs weilt Reinen in seinem alten Emmericher Büro. Eine Zwischenbilanz, rund 100 Tage nach der Geburtsstunde. Aus Emmericher Perspektive.

Vorstandsmitglied Gregor Reinen spricht von „Meilensteinen“

Die drei Partner hatten sich ehrgeizige Ziele gesetzt. Und sind vermutlich selbst

überrascht, dass bislang alles so geräuschlos geklappt hat. Für Mitarbeiter wie für Kunden. Reinen spricht von „Aufbruchstimmung“, sogar von „Meilensteinen“.

Schon immer wären Mitarbeiter gependelt, auch von Kleve in Richtung Emmerich, stellt Reinen fest. Nun hat das noch ein wenig zugenommen, ohne dass man das abschließend beziffern könnte.

Die Mitarbeiter sollen nicht stundenlang pendeln müssen

Man hat die Mitarbeiter bei diesem, im doppelten Wortsinne, Umsetzungsprozess, mitgenommen. In der Klever Stadthalle fand eine sehr gut besuchte Mitarbeiterversammlung statt. Dann wurden im Beiseins des Personalrates Interviews mit Mitarbeitern der internen Abteilungen geführt, wo und wie und in welchen Teams sie sich ihre Zukunft unter dem neugezimmerten Sparkassendach vorstellen.

Teilzeitarbeit hat es besonders bei Frauen immer schon gegeben. Diese Modelle haben an Attraktivität für jene gewonnen, die weitere Strecken zurücklegen müssen. Die Mitarbeiter fahren dann halt nur zwei-, dreimal die Woche nach Straelen. „Wir wollen nicht, dass unsere Leute stundenlang pendeln“, sagt Reinen. Mit Hochdruck strickt man am Personalkonzept: „Ende 2016 wollen wir die Mitarbeiter-Umzüge abschließen.“

Es soll keine fusionsbedingte Kündigungen geben

Versprochen – gehalten. Das gelte auch für die Kunden. Die würden die Fusion kaum bemerken. Und wenn, seien es qualitative Verbesserungen. So könne man jetzt in Emmerich einen festen Ansprechpartner für Existenzgründungen anbieten oder neue Anwendungen in der Sparkassen-App. Ansonsten blieb die gesamte Palette vor Ort, vom Privatkundengeschäft bis zur Baufinanzierung: „Der Kunde muss nirgendwo anders hin.“

Die internen Bereiche sind auf die drei Standorte verteilt. In Emmerich sind drei zentrale Einheiten angesiedelt: die Organisationsabteilung (Technik, Ablauforganisation, Gebäudeverwaltung), das Beauftragtenwesen (z.B. Geldwäsche-Verhinderung) und die Rechtsabteilung: „Damit sind wir hier im ‘Turm’ gut ausgelastet.

Der interne Umbruch ist in vollem Gange. Beim flächendeckenden Filialnetz soll’s bleiben, ebenso bei der Ansage: Keine fusionsbedingten Kündigungen. Und es gibt noch ein Versprechen: „Wir wollen unseren Lokalkolorit unbedingt behalten“, sagt Reinen.

Girokontenmodelle aus Kleve, Emmerich-Rees und Straelen werden harmonisiert

Mehr als eine Absichtserklärung kann das noch nicht sein. Vereine und Institutionen sehen es gerne, wenn das „Althaus“ weiter Stiftungserlöse ausschüttet. Das Ehrenamt honoriert man mit Bürger- und Sportpreis, die mit je mit 7500 Euro dotiert sind. Anderswo kennt man sowas nicht. Heißt: Die weitere Förderpraxis bleibt abzuwarten.

„Wir sind solide aufgestellt“, versichert Reinen. Eine flächendeckende Erhöhung der Girokontogebühren steht nicht zur Disposition. Harmonisierung „irgendwo in der Mitte“ ist das Schlagwort. Für Oktober 2017 hat das Rechenzentrum der Sparkassen-Finanzgruppe die technische Fusion angepeilt. Dann erst kommen die neuen Kontonummern. Ersetzt werden nur die, die doppelt vergeben sind.

>> DAS IST DIE SPARKASSE RHEIN-MAAS IN ZAHLEN

Einige Zahlen zur Sparkasse Rhein-Maas – Bilanzsumme: 2,3 Milliarden Euro; betreutes Kundenvolumen: 3,8 Mrd. Euro; Mitarbeiter: ca. 550; Kundenkonten: 241 000; Geschäftsstellen: 20; SB-Punkte: 13; Geschäftsanteile: Kreis Kleve: 50,3 Prozent, Stadt Kleve: 21,1 %, Stadt Straelen: 13,8 %, Stadt Emmerich: 13,3 %, Stadt Rees: 1,5 %; Vorstandsbesetzung: Rudi van Zoggel (Vorsitzender, Steuerungsbereich), Gregor Reinen (Vorstandsmitglied, Privatkunden), Wilfried Röth (Vorstandsmitglied, Firmenkunden und Immobilien), Michael Wolters (Vorstandsmitglied, Betriebsbereich) und Peter Reichhold (stv. Vorstandsmitglied, Gewerbekunden); aus Emmerich sitzen im Verwaltungsrat Albert Jansen (stv. Vorsitzender), Elke Trüpschuch und Thorsten Rupp.

 
 

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