„Die Bunker sind dafür gemacht“

Hinter diesem Tor befindet sich das ehemalige Munitionsdepot.
Hinter diesem Tor befindet sich das ehemalige Munitionsdepot.
Foto: Kleve
Zwei Firmen wollen Feuerwerke höherer Gefährlichkeitsstufen im Munitionsdepot in Klein-Netterden lagern. Die Bunker seien ohnehin dafür gemacht.

Klein-Netterden..  Viel Aufklärung hat es gebraucht, bis die Öffentlichkeit die Lagerung der harmlosen Feuerwerkskörper in Elten bei der Firma Fireworks Europe – tolerierte. Die Stadt, die Feuerwehr und der Betreiber Hayo Wolff konnten glaubhaft vermitteln, dass selbst im schlimmsten Fall die Silvester-Raketen der Lagergruppe 1.4 kein Inferno an der Groenlandstraße erzeugen würden.

Es geht um 50 Kartons

Womöglich wird wieder Aufklärung nötig sein, sollte die Bezirksregierung Düsseldorf im ehemaligen Munitionsdepot der Bundeswehr in Klein-Netterden am Steinackerweg die Lagerung von Feuerwerkskörpern der Lagergruppe 1.1 und 1.2 genehmigen. Ein Antrag liegt seit Juli 2011 vor (siehe unten). Es handelt sich um professionelle Feuerwerkskörper „höherer Gefährlichkeitsstufen“, so die Bezirksregierung. Seit 2002 besteht eine Genehmigung für die Lagerung von 197 Tonnen der Gruppen 1.4 und 1.3. Der laufende Antrag zielt auch auf eine Erhöhung auf 286 Tonnen ab.

Antragsteller ist die Firma Wolff Vuurwerk BV mit Hauptsitz in Twello (NL) auf dem Gelände der Firma Haarmann Feuerwerk GmbH. Hayo Wolff, Chef von Fireworks Europe, hat mit diesen Firmen selbst nichts zu tun, will aber als Untermieter für Fireworks in Klein-Netterden auch diese schweren Feuerwerkskörper lagern.

Hayo Wolff beschwichtigt: „Die Bunker sind dafür geeignet. Das Gelände ist ja für militärische Zwecke angelegt worden.“ Die Bundeswehr habe dort einst heftigere Kaliber gelagert. Komme es in den gerade mal 50 Quadratmeter großen Bunkern zur Explosion, fliege vielleicht die Tür raus, aber sonst passiere nichts. „Das ist viel kleiner als die Lagerhalle, die wir in Elten haben“, so Wolff. Ferner seien die Bunker so ausgerichtet, dass im Falle der Explosion eines Bunkers, die anderen keinen Schaden nehmen würden. Er schätzt, dass im ganzen ehemaligen Munitionsdepot Raum für 50 Kartons der Lagergruppe 1.1 bestünde. Ein Vergleich mit Enschede, wo es bekanntlich im Jahr 2000 zur Großexplosion einer Feuerwerksfabrik kam, komme eigentlich nicht in Frage, weil es um ganz andere Mengen ginge. „Die Bunker sind 100 Prozent perfekt dafür. Die Menschen müssen sich keinen Kopf machen.“ In unmittelbarer Nähe befinde sich auch keine Wohnbebauung.

Die Bezirksregierung schreibt: „Die öffentliche Bekanntmachung des Genehmigungsvorhabens fand im Januar 2013 statt. Hier hatte die Bevölkerung Gelegenheit, sich über das Vorhaben zu informieren und Einwendungen zu erheben. Da keine Einwendungen vorgelegt wurden, konnte auf den geplanten Erörterungstermin verzichtet werden. Eine abschließende Entscheidung über den Antrag ist noch nicht ergangen.“

Dass sich das Verfahren seit Juli 2011 hinzieht, so Wolff, habe auch mit einem Todesfall bei der Firma Haarmann zu tun.

 
 

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