Die Bedeutung von Aspel für Haldern

Foto: Jens WachterStorm

Haldern..  Im Jahr 1964 haben sie ihr Abitur am staatlichen Gymnasium Emmerich bestanden. Seit dieser Zeit treffen sie sich jedes Jahr zu einem Klassentreffen. In diesem Jahr waren für das Tagesprogramm die Ur-Halderner Johannes Mulder und Werner Konnik zuständig und was passt da besser, als den Vorsitzenden des Heimatvereins Haldern, Bernhard Uebbing, einzuladen. Der nämlich griff für seinen Vortrag auf die Aufzeichnungen des ehemaligen Klassenkameraden Bernd Terhorst zurück.

„Aspel als Ursprung von Haldern“, lautete das Thema seines Referats, das sich vor allem aus der Festschrift zur 950 Jahrfeier 1990 speist, an dem Bernd Terhorst, seinerzeit stellvertretender Schulleiter am Gymnasium Aspel, maßgeblich mitgearbeitet hatte und die geschichtliche Entwicklung des Lindendorfs immer auch in Bezug auf die Entwicklung des gesamten Niederrheins gesehen hat.

„Halderns Geschichte beginnt mit der Burg Aspel“, erläutert Uebbing. Mit der Burg, die wie kaum ein anderes Bauwerk herausragt und eine bewegende Geschichte vorzuweisen hat. Um das Jahr 1000 nach Christi Geburt wird ihre erste Erwähnung datiert. Irmgard von Aspel setzt schließlich ihre Ansprüche durch, gründet 1040 die Reeser Kirche und auf Aspel eine Filialkirche. Bis 1392 gehört Apel zum Erzbistum Köln, danach kommt sie zum Herzogtum Kleve unter der Herrschaft von Adolph von Kleve.

Auf der Insel am Aspeler Meer

In den Folgejahren wird die Burg Aspel mehrfach zerstört, aber immer wieder neu aufgebaut. „Wobei die eigentliche Burg auf der kleinen Insel im Aspeler Meer stand“, erläutert Uebbing. Im 15. Jahrhundert wird die Vorburg erstellt. Nach dem Spanischen Erbfolgekrieg geht sie in Privatbesitz über. Über 100 Jahre regiert die Familie von Wittenhorst-Sonsfeld, die Kontakte bis in die höchsten Kreise unterhält, danach die Familie van den Broek. 1822 heiratet Johanna van den Broek den Landrat des Kreises Kleve, Friedrich Heinrich von Bernuth, der 1851 das Haus Aspel den Töchtern vom heiligen Kreuz verkauft.

Schon 1859 beginnt der Schulbetrieb in den Mauern des Haus Aspels. Es entsteht ein Mädchenpensionat mit Klosterkirche. Fünfzehn Jahre später sollte es einen ersten Rückschlag geben. Im Zuge des Kulturkampfes unter Otto von Bismarck wurden die Ordensfrauen zwangsverwiesen. Doch schon 1980 konnten sie zurückkehren und in den Folgejahren den Schulbetrieb ausbauen. Mitte der 1920er Jahren gleicht das Haus Aspel dem, was noch heute zu bestaunen ist. „Es ist ein Kloster nach barocken Vorbildern“, so Uebbing.

Den zweiten Rückschlag muss Aspel 1941 hinnehmen, als es am 13. Juli, innerhalb von zwei Stunde vollständig geräumt werden musste, um als Kriegslazarett zu dienen. Bei den Bombenangriffen im Februar 1945 wurde Aspel zum Krankenhaus und blieb es auch die erste Zeit nach dem Krieg. „ich selbst bin dort 1949 geboren“, offenbart Uebbing. Doch schon 1946, also parallel zum Krankenhaus wurde der Schulbetrieb erneut aufgenommen. Zehn Jahre später wurde in Aspel die erste Reifeprüfung abgelegt. 1957 machten dort die ersten Haldernerinnen ihr Abitur. In den Jahren 1972/73 kommt es zur Trennung von Kloster und Schule. Aspel wird zu einem gemischten Gymnasium. Mitte der 80er Jahre zieht das Gymnasium zum Westring nach Rees um. Im Haus Aspel blieb bis 2001 ein geistliches Zentrum des Bistums Münster.

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