Der Emmericher Otto Karl Welbers war ein Lustmaler

Bilder des friesischen Malers Otto Karl Welbers hängen in einem Privathaus in Rees. Der Maler hatte mehrere Ausstellungen am Niederrhein und hat auch Motive aus Rees und Umgebung gemalt.
Bilder des friesischen Malers Otto Karl Welbers hängen in einem Privathaus in Rees. Der Maler hatte mehrere Ausstellungen am Niederrhein und hat auch Motive aus Rees und Umgebung gemalt.
Foto: WAZ FotoPool
Mit 79 Jahren ist der Emmericher Otto Karl Welbers 2009 in der ostfriesischen Heimat Pilsum gestorben. Doch seine gemalten Bilder leben weiter. Am Samstag eröffnet seine Witwe vor Ort eine kleine Galerie.

Pilsum/Emmerich..  Mit seiner Fiets, die französische Feldstaffelei und Malzeug stramm geschultert, durchstreifte er bei seinen Besuchen die niederrheinische Landschaft, spürte Licht und Farben auf und kehrte nach getaner Arbeit bei Dresens in Rees ein. Otto Karl Welbers, 1930 in Emmerich geboren, an der Bahnhofsstraße aufgewachsen, wo die Eltern ein kleines Lebensmittelgeschäft betrieben und dann 2009 in seiner neuen ostfriesischen Heimat fast 79-jährig gestorben, war ein produktiver Mensch, wie sich seine Witwe Elfriede gut erinnert. Kein Wunder also, dass ihr Mann einen umfangreichen Nachlass hinterlassen hat. Und ganz im Sinne ihres verstorbenen Mannes ist es gewiss, dass die Ehefrau das alte Atelier in Pilsum, das neben das Wohnhaus angebaut ist, nunmehr in eine nette Galerie umgewandelt hat.

Unverfälschte Farben

Am morgigen Samstag wird die Galerie Welbers um 15 Uhr eröffnet. Vielleicht ein Ausflugstipp für Liebhaber der Werke von O. K. Welbers. Hier die Anschrift: Gasthauslohne 7, 26736 Krummhörn-Pilsum. Das Dörfchen ist hübsch, verfügt über einige Gaststätten, Läden und sogar über ein kleines Theater. „Hier ist“, sagt Elfriede Welbers, „immer was los.“

Rund ein halbes Jahr haben die Vorbereitungen für den Tag X an Pfingstsamstag gedauert. „Es gab so einiges zu tun“, berichtet Elfriede Welbers Zunächst einmal musste die Petersburger Hängung in der turmartigen, knapp 30 Quadratmeter großen Galerie abgenommen und 80 Bilder wieder aufgehängt werden, zum Teil auch ältere Werke: „Es soll schließlich alles professionell sein, so wie mein Mann es auch war.“ Dann musste die Galerie für Besucher hergerichtet werden. In dem nur von Nordlicht beschienenen Raum kommen das wunderbare Licht in den Welbers-Bildern und die Farben unverfälscht zum Tragen.

Natürlich ist der große Run auf die impressionistisch anmutenden Landschaftsbilder abgeklungen. Der Welbers-Freundeskreis sei älter geworden und viele jüngere Leute könnten sich Kunst einfach nicht mehr leisten, so Elfriede Welbers. Aber: Sich die Ölbilder einfach nur einmal anzusehen und dabei neue Entdeckungen zu machen, das kann Freude bereiten.

Auch wenn Welbers seit 1987 in dem Land an Watt, Seedeichen und Mooren heimisch wurde, blieb doch der Niederrhein eine seiner Inspirationsquellen. Otto Karl Welbers hatte es nach dem Zweiten Weltkrieg in die Künstlermetropole Düsseldorf verschlagen, wo er bei Kouné und Melcher sein Metier erlernte. 1961 bezog er in Angermund sein erstes Atelier. 1967 erfolgte die Entscheidung seines Lebens, fortan als freischaffender Künstler seine Brötchen zu verdienen. „Brötchenbilder“ habe er aber nie in Öl, Pastell oder Kreide abgeliefert, wie er einmal sagte: „Ich male nur, wenn alle Momente zu einer künstlerischen Arbeit einen harmonischen Impuls geben, nur, wenn ich echt Lust zum Malen habe.“ Und die hatte er oft.

EURE FAVORITEN