Der alte Fritz macht Platz für neue Kunst

Helga Hanisch stellt demnächst in Wesel aus.
Helga Hanisch stellt demnächst in Wesel aus.
Foto: NRZ
Helga Hanisch stellt 2013 im Preußen-Museum in Wesel aus. Neue Galerie auf der Frankenstraße.

Speelberg..  Längere Zeit hat man nichts mehr von der Künstlerin Helga Hanisch gehört. 1954 in der Magdeburger Börde geboren, lebt und arbeitet sie seit den späten 70er-Jahren in Emmerich. Nun gibt es wieder einiges zu berichten.

Im Erdgeschoss des Hauses Frankenstraße 21/23 hat sie sich nach dem Weggang der Steuerkanzlei Klaßen eine Galerie eingerichtet, damit die Räume nicht leer stehen, sondern einladend aussehen. Die Werke stehen nicht mehr eingepackt irgendwo herum, sondern können Luft schnappen und bieten auch für die Künstlerin selbst einen erfreulicheren Anblick, als wenn sie gelagert und den Augen entzogen wären.

Zum zweiten bereitet die Künstlerin gerade eine große Ausstellung im Preußen-Museum in Wesel vor. Vom 24. Februar bis 7. April 2013 stellt sie an der Zitadelle rund 300 Werke im ersten Obergeschoss aus und löst dort die dem Preußen-König Friedrich II. gewidmete Sonderausstellung „Friedrich der Große. Mensch und Monarch“ ab. „Wo jetzt noch der alte Fritz ist, da ziehe ich dann ein“, kündigt Helga Hanisch an.

Programmatischer Titel ihrer Ausstellung in Wesel: „Die Verzauberung des Unscheinbaren“. Genau das gelingt ihr immer wieder. Kaum jemand vermag die Materialien Pappmaché, Wachs und Fundstücke (vorzugsweise in den Rheinwiesen oder auf Schrottplätzen aufgelesen) so intelligent und gekonnt zu etwas überraschend Neuem zusammenzubringen wie die einstige Folkwang-Schülerin.

Handelte sich dabei in der Vergangenheit meist um größere Standbilder oder Skulpturen, so hat Helga Hanisch in jüngster Zeit die kleineren Dinge für sich entdeckt. Nicht aus falscher Bescheidenheit kapriziert sie sich dabei auf 20 x 20 cm große Formate. Auch aus Zeitgründen: „Das war gerade noch machbar.“

Klein und reizend

Durch die Pflege ihrer Eltern sind dem Zeitbudget der Künstlerin in den letzten Jahren Grenzen gesetzt. Aber auch bei den kleinen Exponaten ist sie sich und ihrem ganz eigenen Stil oder Prinzip treu geblieben, werden etwa ein Dosendeckel und ein kleines Stück Seife kombiniert. Und - ganz nebenbei erwähnt - verkaufen sich kleinere, reizende Objekte auch noch viel besser.

Zuletzt stellte Helga Hanisch mehrfach im Karmeliter-Kloster Marienthal (u.a. 2010: Brot und Rosen, 2011: Zehn und 2012: Babel), 2009 im Bürgermeisterhaus Essen-Werden und 2008 in der Orangerie von Kloster Kamp aus.

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