Das prominente Anwalts-Quartett

Manfred Palmen, Dr. Bruno Ketteler, Britta Welmans und Franz Kulka arbeiten künftig zusammen. Foto: Kurt Michelis WAZ / FotoPool
Manfred Palmen, Dr. Bruno Ketteler, Britta Welmans und Franz Kulka arbeiten künftig zusammen. Foto: Kurt Michelis WAZ / FotoPool
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Emmerich. Manfred Palmen und Britta Welmans schließen sich Franz Kulka und Dr. Bruno Ketteler an. Die neue Rechtsanwaltsgesellschaft KKPW hat das öffentliche Recht im Fokus.

Prominente Verstärkung bekommt die Kulka Ketteler Rechtsanwaltsgesellschaft. Wie die NRZ berichtete, verstärken der CDU-Landtagsabgeordnete Manfred Palmen und Britta Welmans, Tochter der bekannten Emmericher Johannes und Magda Welmans, die Kanzlei. Künftig firmiert das Quartett unter dem Namen Kulka Ketteler Palmen Welmans (KKPW) Rechtsanwaltsgesellschaft. Alle vier sind alleinvertretungsberechtigte Gesellschafter.

Kulka und Palmen kennen sich seit 32 Jahren – beide sind ehemalige Stadtdirektoren (Emmerich/Kleve). „Vor 20 Jahren haben wir schon gesagt, wir machen irgendwann mal eine Anwaltskanzlei auf.“ Die beiden alten Recken des öffentlichen Rechts (Palmen ist 65 Jahre, Kulka 61) bereiten jetzt sozusagen das Feld, den irgendwann Welmans (41) und Dr. Bruno Ketteler (48) alleine beackern werden.

Moderieren im
konfliktreichen Baurecht

„Aus der Praxis für die Praxis“ lautet hierbei die Maxime, erklärt Franz Kulka. Palmen, der 1999 seine Zulassung als Anwalt erhielt, ist vor allem bekannt als Parlamentarischer Staatssekretär im NRW-Innenministerium. Während seiner Regierungszeit musste er sämtliche privatwirtschaftlichen Aktivitäten ruhen lassen. Ferner hat er für die Bezirksregierung den ersten bundesweiten Abfallwirtschaftsplan aufgestellt. Er war als Regierungsdirektor zuletzt für den Wasser- und Abfallbereich zuständig. Palmen ist auch der Herausgeber von zwei kommunalrechtlichen Kommentaren zur Gemeindeordnung NRW und zur Kreisordnung NRW.

„Es geht nicht darum, Beziehungen zum dicken Geld zu machen. Ich bin kein Lobbyist“, betont Palmen. Politik und Arbeit seien für ihn klar zu trennen.

Britta Welmans ist seit 2000 Juristin und zudem Bankkauffrau. In den vergangenen sechs Jahren habe sie Bauprojekte rechtlich betreut und abgewickelt: „Das private Baurecht ist unglaublich konfliktreich. Aber Prozesse kosten Zeit und Geld. Deshalb macht es Sinn, im Vorfeld zu moderieren“, schildert Welmans.

Was hat die Kanzlei vor? Der Fokus liegt auf dem öffentlichen Recht. Ob Bau- oder Wasserrecht, EU-Förderungen, Denkmal- oder kommunales Recht, Bauleitplanungen oder Kreisumlagefragen – es gibt etliche Schnittpunkte im öffentlichen Recht für große Projekte. „Wir suchen Lösungen. Wir sind ein rechtlicher Projektentwickler im weiteren Sinne“, schildert Franz Kulka. Der Gang vor den Richter sei eher der letzte Schritt.

Betuwe-Ausbau könnte
ein Geschäftsfeld werden

Die Kulka Ketteler Rechtsanwaltsgesellschaft in Düsseldorf und Emmerich entstand erst vor zwei Jahren. Franz Kulka war zehn Jahre für die renommierte Kanzlei Heuking Kühn Lüer Wojtek tätig, die heute die Stadt Duisburg beim Loveparade-Unglück vertritt. Dort habe Kulka etwa an der Planung für das City Palais Duisburg mitgewirkt.

KKPW beteiligt sich zum Beispiel an den Planungen für die Umgestaltung der Klever Unterstadt (60-Millionen-Euro-Projekt) oder am Betuwe-Planfeststellungsverfahren in Hamminkeln. Der Betuwe-Ausbau könnte in Zukunft auch ein Geschäftsfeld des Quartetts werden.

Etliche Kommunen der Region seien bereits Kunden. Eine Stadt ganz bewusst nicht: Emmerich. „Das ist ein ungeschriebenes Gesetz: Franz Kulka war acht Jahre Stadtdirektor in Emmerich. Also sollte er hier keine Prozesse führen“, erklärt Palmen.

Übrigens: Für Manfred Palmen könnte KKPW die letzte berufliche Etappe in seinem Leben sein. „In vier Jahren bei der nächsten Landtagswahl bin ich 70 Jahre alt. Dann werde ich bestimmt nicht mehr für den Landtag kandidieren.“ Dann kann er sich noch einmal voll auf die Anwaltstätigkeit konzentrieren.

 
 

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