Daddelverbot empört Wirtin

Sarah Eul
Der Städtetag will Spielautomaten aus den Kneipen verbannen. In Emmerich sind laut Statistik 41 Automaten in Gaststätten registriert.
Der Städtetag will Spielautomaten aus den Kneipen verbannen. In Emmerich sind laut Statistik 41 Automaten in Gaststätten registriert.
Foto: WAZ FotoPool
Der Städtetag will Spielautomaten aus allen Kneipen verbannen. Emmericher Gastronome beurteilen den Vorstoß unterschiedlich. Gängelung der Branche in der Kritik

Emmerich.  Adelheid Ongaro ist empört. „Man bekommt langsam das Gefühl, dass unsere Branche systematisch kaputt gemacht wird“, so die Wirtin des Gasthaus zum Rathaus an der Steinstraße. Erst das Rauchverbot und jetzt das. Der Deutsche Städtetag fordert, den Betrieb von Geldspielautomaten in Kneipen und Gaststätten zu verbieten. „Wenn das wirklich so kommt“, so Ongaro, „können wir hier wirklich dicht machen.“

Nur noch wenig Gewinn gemacht

Bereits das Rauchverbot habe für weniger Einnahmen gesorgt. Wenn nun noch weiteres Stück Kneipenkultur mit den Spielautomaten genommen würde, „werden wieder Einnahmen fehlen.“ Zwei Spielautomaten hat die Wirtin in ihrer Kneipe stehen. Und diese seien auch rege genutzt. So rege, „dass ich zumindest damit meine Pacht wieder raus habe.“

Eine andere Erfahrung hat Dagmar Stüwe vom Imbiss „Bei Daggi“ an der Gerhard-Storm-Straße gemacht. „Mittlerweile kann man mit den Geldspielautomaten nichts mehr verdienen“, so Stüwe. Zwei hat sie noch in ihrer Imbissstube. „Doch die werden nicht genug benutzt, als dass es sich lohnen würde.“ Sprich: Wenn Kunden auf Pommes und Co. warten, „schmeißen sie gern mal einen Euro hinein“, so Stüwe. Mehr aber nicht. Sollte es also zu einer Bannung der Automaten aus Kneipen und Gaststätten kommen, „würde mich das nicht allzu stark treffen“, erklärt sie. Die Kunden dagegen schon. Für diese sei das drohende Verbot schon ein Thema und haben „ihre Daggi“ auch schon darauf angesprochen. „Ich kann nur sagen, wenn es so kommt, ist es leider so. Dann nehme ich die Automaten einfach ab.“

Bereits ihre Automaten abgenommen haben Peter und Manuela Winkelmann. Die Gastronome der Ratsstuben Elten entschlossen sich vor knapp zwei Jahren zu dem Schritt. „Damals haben wir renoviert und fanden, dass die Spielautomaten nicht mehr ins Ambiente passen“, erklärt Manuela Winkelmann. Lediglich einen Automaten mit Unterhaltungsspielen haben sie behalten, der allerdings keine Gewinne mehr ausschüttet. Geldspielautomaten hätten sich auch nicht mehr rentiert. „Rund 250 Euro Miete mussten wir pro Gerät zahlen. Das haben wir damit kaum mehr eingenommen.“ Freilich, vor 15 Jahren sei das noch anders gewesen. „Damals konnte man noch die Pacht vom Gewinn der Automaten zahlen“, so die Gastronomin. Doch das sei vorbei.

Übrigens: Richtig vermisst werden die Automaten nicht. „Dass jemand gezielt danach fragt, kommt nur selten vor.“

HINTERGRUND:
Zahlen in Sachen Spielautomaten gibt es bei der Landesstelle für Glücksspielsucht. Hier ist hinterlegt, wie viele Spielautomaten es in Emmerich gibt. So gab es im vergangenem Jahr 156 Automaten in Spielhallen und noch einmal 41 Geräte, die in Emmericher Gaststätten zu finden sind. Sprich: Auf einen Automaten kommen 150 Einwohner.


Zum Vergleich: In Rees gibt es (Stand 2012) 80 Spielautomaten in Spielhallen und lediglich fünf Geräte in Gaststätten. Damit kommen hier auf einen Automaten knapp 262 Einwohner.