Clivia aus Kleve wagt den Sprung über den Rhein

Schöner Ausblick von der Baustelle, v.l.. Johannes Hillebrandt, Dagmar de Laak und Christian Nitsch (alle Clivia-Gruppe), Baubetreuer Markus Staar und Architekt Harald Schüßler auf der Dachterasse des Gebäudes am Parkring 11 in Emmerich. Nach dem Umbau zur intensivmedizinischen Wohngemeinschaft befindet sich an dieser Stelle der Aufenthaltsraum mit Wintergarten und Blick auf den Stadtgarten bzw. Rhein (l) und die St. Aldegundiskirche. l
Schöner Ausblick von der Baustelle, v.l.. Johannes Hillebrandt, Dagmar de Laak und Christian Nitsch (alle Clivia-Gruppe), Baubetreuer Markus Staar und Architekt Harald Schüßler auf der Dachterasse des Gebäudes am Parkring 11 in Emmerich. Nach dem Umbau zur intensivmedizinischen Wohngemeinschaft befindet sich an dieser Stelle der Aufenthaltsraum mit Wintergarten und Blick auf den Stadtgarten bzw. Rhein (l) und die St. Aldegundiskirche. l
Foto: WAZ FotoPool
Privater Pflegedienstleister richtet am Emmericher Parkring seine insgesamt dritte intensivmedizinische Wohngemeinschaft für beatmungspflichtige Patienten ein.

Emmerich..  Zwei Häuser betreibt er schon in Kleve, jetzt wagt der private Pflegedienstleister „Clivia“ (lat.: Kleve) den Sprung über den Rhein.

Am Parkring 11 richtet der Dienstleister seine dritte intensivmedizinische Wohngemeinschaft für beatmungspflichtige Menschen ein, die zumeist permanent auf eine am Hals gelegte Trachealkanüle angewiesen sind und wo die Umstände eine häusliche Betreuung nicht zulassen.

Bei der Standortwahl habe auch eine Rolle gespielt, dass die Lungendiagnostik am Willibrord-Spital einen weit über Emmerich hinausragenden guten Ruf genieße, so Clivia-Geschäftsführer Christian Nitsch in einem Pressegespräch im Hotel am PAN: „Wenn Probleme auftauchen, haben wir die Profis gleich hier vor Ort.“

Halbes Jahr Bauzeit

„Sobald die Baugenehmigung vorliegt, werden wir mit dem Umbau beginnen“, kündigt Architekt Harald Schüßler an. Derzeit laufen die Aufräumarbeiten in der zweigeschossigen Immobilie aus den 60er Jahren. Die Bauzeit beträgt ein halbes Jahr. Das Haus mit Rheinblick war früher die Praxis von Dr. Alff. Rund 750 000 Euro investiert Clivia inklusive Apparaturen wie elektrischen Intensivbetten, Beatmungsgeräten, Sauerstoffkompressoren, Absauggeräten, Rollstühlen und Ernährungspumpen.

In Emmerich entstehen demnächst fünf geräumige Wohnungen, jeweils über 20 qm; ferner ein Aufzug, Besucherraum, eine Wohnküche, Entspannungsbad, Büro und Wintergarten. Durch dieses Projekt werden laut Dagmar de Laak 13 neue Vollzeitstellen in Emmerich geschaffen, plus Hausarzt, Logopäden, Physiotherapeuten, Fachärzte usw.

„Wir arbeiten mit einer spanischen Schule zusammen, so dass wir uns nicht über den Pflegenotstand beschweren können“, ergänzt de Laak. Überall sei spanisches Pflegepersonal mit im Einsatz: „Das klappt wunderbar.“ Der Wohngruppenplatz wird finanziert über die Krankenversicherung (medizinische Versorgung) und die Pflegeversicherung (Pflege); die Angehörigen übernehmen einen Mietanteil von 450 Euro/Monat.

Gerade für die Angehörigen bedeute die Versorgung schwerstkranker, beatmungspflichtiger Patienten eine Entlastung: „Wenn die Patienten schon ein großes Handicap tragen, wollen wir wenigstens den Angehörigen lange Anfahrtswege zu nächsten Spezialeinrichtung ersparen.“ Die Einrichtungen werden bewusst kleinteilig gefahren, um dem Charakter einer Wohngruppe Rechnung zu tragen und eine heimelige Atmosphäre aufkommen zu lassen, so Christian Nitsch.

 
 

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