Brückenschlag für einen Tag

Foto: WAZ FotoPool

Isselburg.  Da wo man sonst lediglich einen Blick über die Issel ans andere Ufer und damit in die Niederlande werfen kann, hatten am Sonntag viele Wanderer die Gelegenheit ,trockenen Fuß die Issel zu überqueren. Der niederländische Wanderverein ´te Lup hatte nämlich eine Rundwanderung mit Start und Ziel in Varsseveld geplant, aber ohne Brücke über die Issel war die Idee nicht durchführbar. Bereits vor 30 Jahren war schon mal ein ähnliches Projekt gestartet, und die Pläne für einen Brückenbau lagen noch bei den Akten der Gendringer Pfadfinder. Bereits am Samstag trafen sich dann die jungen Menschen aus Gendringen, um bei Haus Landfort für dieses Event eine 16 Meter lange Brücke für einen Tag zu bauen.

Im Vorfeld hatte sich der Heimatverein Anholt für dieses Projekt stark gemacht und die erforderlichen Genehmigungen auf deutscher Seite eingeholt. Und bereits vor der offiziellen Eröffnung der Brücke durch Bürgermeister Rudi Geukes und seinem Amtskollegen aus der Gemeinde Oude Ijsselstreck, Hans Alberse, hatten bereits einige hundert Wanderer die Behelfsbrücke überquert, denn viele von ihnen hatten eine eine Route von 24 Kilometer n vor sich „ und da kann man nicht erst gegen Mittag loslaufen“, meinten einige der niederländischen Wanderer.

Tolle Angelegenheit

„Das ist schon eine tolle Angelegenheit“, sagte Bürgermeister Rudi Geukes, der seinen Amtskollegen Alberse mitten auf der Brücke mit Handschlag begrüßte. „Das ist der Anfang von vielen grenzüberschreitenden Aktionen und es gibt eine ganze Menge Möglichkeiten über die Grenzen hinweg gemeinsam etwas zu machen. So eine Brücke ist auch ein Symbol, um Brücken aufzurichten und die nicht nur auf Verwaltungsebene, sondern auch in den Herzen der Menschen und um Freundschaften zu pflegen“. Und bevor er sich bei denen bedanken konnte, die an dem Projekt beteiligt waren, wehte der Wind den Zettel mit seinen Notizen aus der Hand in die Issel hinein.

Auch von deutscher Seite hatten sich Wanderer auf den Weg gemacht, um gemeinsam mit den Niederländern die „Brücke für einen Tag“ zu überqueren und den Sonntag für eine gemeinsame Wanderung mit den Freunden von der anderen Seite der Grenze zu nutzen. „Von uns aus könnte die Brücke ruhig stehen bleiben“, waren sich Angelika und Hans-Hermann Helmes einig. Wir wandern sehr gerne und das ist eine Strecke, die wir nicht jeden Tag laufen können.“

Und auch Kurt Istemaas vom Anholter Heimatverein fand die Idee hervorragend und fände es schön, wenn das für die Zukunft für Wanderer und Radfahrer ein Dauerzustand werden könnte. Die Begeisterung für so ein Projekt sei zwar da, aber der Heimatverein sei finanziell nicht in der Lage, dieses Projekt anzuschieben, zumal die Brücke ja nicht nur gebaut werden müsse, sondern auch gepflegt und auf die Dauer immer mal wieder instand gesetzt werden müsse.

Neuer Wanderweg

Nachdem über 1000 Wanderer die Brücke überquert hatten, wurde diese von den Pfadfindern aus Gendringen wieder abgebaut. Schade eigentlich, denn viele Anholter würden sich sicherlich wünschen, dass die Brücke erhalten bliebe und somit ein wunderschöner neuer Wanderweg entstünde.

 
 

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