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Blutige Auseinandersetzung auf der Kirmes

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Foto: NRZ
Trotz Hausverbot betraten zwei Reeser ein Lokal in Rees und provozierten den Gastwirt. Draußen kam es nach einer verbalen Auseinandersetzung zu einer Schlägerei. Schließlich wehrte sich der Wirt mit einem Hammer.Trotz Hausverbot betraten zwei Reeser ein Lokal in Rees und provozierten den Gastwirt. Draußen kam es nach einer verbalen Auseinandersetzung zu einer Schlägerei. Schließlich wehrte sich der Wirt mit einem Hammer.

Rees. 

Jahr für Jahr eskaliert an einem Tag der Reeser Kirmes die Gewalttätigkeit. Oft spielt sie sich rund um das Delltor und am Bistro ab, wo am Ende der Nacht die Kirmesbesucher zum Absacker einkehren Doch die diesjährige Schlägerei hatte eine andere Qualität. Blutige Spuren der Auseinandersetzung mussten am Sonntag Mitarbeiter des Baubetriebshof in einer Extraschicht beseitigt werden. Was war geschehen?

Am Sonntag gegen 4.25 Uhr betraten zwei Cousins, ein 36-jähriger und ein 39-jähriger Reeser, das Bistro auf der Straße Vor dem Delltor, obwohl sie dort Hausverbot hatten. Immer wieder war es dazu gekommen, dass sie Gäste provoziert und Schlägereien angezettelt hatten. Wegen des Hausverbots wurden die beiden von dem 37-jährigen Betreiber des Bistros hinausbegleitet. Vor der Gastwirtschaft kam es zunächst zu einem verbalen Streit. Im Verlauf der Auseinandersetzung schlugen die Reeser massiv mit Fäusten auf den Wirt ein, woraufhin dieser zu einem Handwerkshammer griff und sich zur Wehr setzte. Dabei verletzte er die Angreifer. Die beiden Geschädigten wurden zum stationären Aufenthalt ins Krankenhaus gebracht. Einer von beiden erlitt einen Schädelbruch und Hirnblutungen. Er wird in einer Duisburger Klinik behandelt. Nun wird gegen den 37-Jährigen wegen gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Es liegen keine Haftgründe vor. Geklärt wird, inwieweit es sich um Notwehr gehandelt hat. Die Polizei war am Sonntagnachmittag und -abend verstärkt in der Innenstadt präsent. Ob heute weitere Schutzmaßnahmen getroffen werden, dazu wollte sich die Polizei nicht äußern.

Das Ordnungsamt der Stadt Rees hat indes Vorsorge getroffen und, um eine weitere Eskalation zu vermeiden, angeordnet, dass die Gaststätte an den Kirmestagen bereits um 22 Uhr schließt.

„In früheren Zeiten sind die Halderner Jungs nach Rees gekommen und haben sich auf der Poststraße mit den Reesern geprügelt. Auch hinter der Raupe hatte es immer wieder kleinere Schlägereien gegeben“, erinnert sich ein Reeser. „Aber hier ist ein ganzer Clan beteiligt.“

Im Bürgerhaus hatte bis vor zwei Jahren VGER Kirmessamstag eine Disco veranstaltet. „Wir hatten einen Sicherheitsdienst, es gab nur zu kleinere Auseinandersetzungen“, erinnert sich Veranstalter Daniel Lühl. Mangels Besucher stellten sie die Disco ein. „Die jetztige Auseinandersetzung vor dem Bistro hat nichts mit der Kirmes zu tun“, betont Frank Schlüter, zuständiger Mitarbeiter des Ordnungsamtes. „Das sind interne Differenzen von Reesern. Schade, wenn der Ruf der Kirmes darunter leiden sollte.“