Betuwe: „Unkalkulierbare Sicherheitsrisiken“

Auch Emmerichs Bürgermeister Johannes Diks  fürchtet um die Sicherheit seiner Bürger und der Rettungskräfte bei einem schweren Bahn-Unglück.
Auch Emmerichs Bürgermeister Johannes Diks fürchtet um die Sicherheit seiner Bürger und der Rettungskräfte bei einem schweren Bahn-Unglück.
Foto: Funke Foto Services
Landrat Wolfgang Spreen und die Bürgermeister von Emmerich und Rees, Johannes Diks und Christoph Gerwers, stellen sich voll hinter die Forderungen der Feuerwehren von Oberhausen bis Emmerich.

Emmerich/Rees..  Die Ausbaupläne der Betuwe-Linie und die Sicherheitsaspekte an der Bahnstrecke haben, wie berichtet, bei den Feuerwehren in Emmerich und Rees schwerste Bedenken ausgelöst.

Nun stellen sich auch Landrat Wolfgang Spreen, Johannes Diks, Bürgermeister in Emmerich, und sein Reeser Amtskollege Christoph Gerwers wie ein Mann hinter die Forderungen der Wehren von Oberhausen bis Emmerich, die mit Nachdruck für zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen an der deutschen Ausbaustrecke plädieren und sonst bei Katastrophen das Schlimmste befürchten..

„Die Absage des Eisenbahnbundesamtes, des Bundesverkehrsministeriums und der Deutschen Bahn mit dem Hinweis, die zusätzlichen Maßnahmen seien nicht finanzierbar, bringt unkalkulierbare Sicherheitsrisiken mit sich. Risiken für die Bürgerinnen und Bürger, für die Feuerwehrleute und beispielsweise auch für unseren Rettungsdienst. Wir erwarten von den Entscheidern einen verantwortungsvolleren Umgang mit dem Thema Sicherheit“, fordert der Klever Landrat.

Zu den von den Feuerwehren formulierten Maßnahmen gehören breitere Zugangstüren entlang der Strecke, um mit schwerem Gerät an einen Unfallort zu kommen oder mehr Zugangstüren, die aktuell lediglich alle 1000 Meter geplant sind. „Insbesondere bei einem Unfall mit gefährlichen Chemikalien wären Leib und Leben der Anwohner, der Feuerwehrleute und der weiteren Rettungskräfte gefährdet. Hier muss zwingend eine Korrektur erfolgen“, so Diks.

Bahn muss handeln

Auch Christoph Gerwers aus Rees hält die geplanten Sicherheitsstandards für unzureichend: „Die abgelehnten Forderungen der Feuerwehren könnten dazu führen, dass aus einem Unglücksfall eine unkontrollierbare Katastrophe wird.

Das Eisenbahnbundesamt, das Bundesverkehrsministerium und die Deutsche Bahn müssen handeln.“ Auf der niederländischen Seite weisen die Sicherheitskonzeptionen deutlich höhere Sicherheitsstandards auf, die sogar über die Forderungen der Feuerwehren auf deutscher Seite hinausgehen.

„Es ist nicht unbillig, ein der niederländischen Seite vergleichbares Sicherheitsniveau zu fordern“, so Spreen. „Das sind wir unseren Bürgern und Einsatzkräften schuldig. Ich baue insoweit auf unsere Ministerin, Frau Dr. Hendricks, die sich bereits persönlich vor Ort ein Bild von den Nöten gemacht hat.“

 
 

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