Betuwe-Route: Startschuss fällt im Februar in Praest

Der Bahnübergang an der Kerstenstraße in Emmerich-Praest hat ausgedient, wenn die über die Gleise führende neue Brücke an der Baumannstraße fertig gestellt ist.
Der Bahnübergang an der Kerstenstraße in Emmerich-Praest hat ausgedient, wenn die über die Gleise führende neue Brücke an der Baumannstraße fertig gestellt ist.
Foto: WAZ FotoPool
Neue Straßenüberführung an der Baumannstraße ersetzt ab 2017 den Bahnübergang Kerstenstraße. Für diese Baumaßnahme gab es ein separates Verfahren. Stadt Emmerich zögerte mit Unterschrift.

Praest/Duisburg..  Im Februar 2015 beginnen die Bauarbeiten an der neuen Straßenüberführung Baumannstraße. Alle Plangenehmigungen lägen seit Ende November vor, teilte das Betuwe-Projektbüro in Duisburg mit.

Die neue Brücke über die Gleise ersetzt nach ihrer Fertigstellung den derzeitigen Bahnübergang Kerstenstraße. Die Bauarbeiten sollen etwa zwei Jahre dauern. Der Bahnübergang Kerstenstraße bleibt so lange für den Verkehr geöffnet, bis das neue Brückenbauwerk fertig gestellt ist.

„Für die Vorabmaßnahme wurde eigenes Baurecht geschaffen. Das hat nichts mit dem Planfeststellungsverfahren 3.3 Praest zu tun“, sagte eine Bahn-Sprecherin. Da wird mit dem Erörterungstermin frühestens im März gerechnet. Ziel sei aber, dort zügig voranzukommen, wo es keine strittigen Punkte gibt: „Wir wollen schnell Gutes bewirken. Dann ist ein Bahnübergang weg, wir haben eine Straßenüberführung und keine langen Wartezeiten an den Schranken mehr“, so die DB-Sprecherin.

Beim Geld schweigt sich die Bahn aus. Das Unternehmen macht generell keine Angaben zur Finanzierung von Einzelprojekten und nennt lediglich die Gesamtkosten für die Betuwe-Route, die rund 1,5 Milliarden Euro betragen.

Stadt zögerte mit Unterschrift

Der Termin für den Startschuss an der Baumannstraße stand auf wackeligen Beinen, weil die Stadt Emmerich bis zuletzt zögerte, ihr Okay zu geben. „Wir waren kurz davor, die Kreuzungsvereinbarung nicht zu unterschreiben“, sagte Bürgermeister Johannes Diks.

Warum? Weil die Stadt Emmerich noch nicht überall mit der Bahn Konsens erzielt hat, was aber die Voraussetzung ist, damit öffentliche Mittel fließen. „Aber wenn wir die Finanzierungsvereinbarung jetzt nicht unterschrieben hätten, wäre an der Baumannstraße erst in drei Jahren gebaut worden“, so Diks. Das aber wollte keiner, weder Bahn noch Stadt.

Und nachdem sich die Bezirksregierung als Planfeststellungsbehörde damit einverstanden erklärte, die Konsens-Frage auszuklammern und nach hinten zu verschieben, ratifizierte dann auch die Stadt, wie die Bahn, die Kreuzungsvereinbarung. Bleibt’s bei der 0-Cent-Zusage, kämen auf die Stadt nur Kosten für etwaige Anpassungen der städtischen Straßen zu.

Im Betriebsausschuss Kommunalbetriebe erklärte KBE-Chef Klaus Gruyters, 100 000 Euro seien dort eingeplant zur Verlegung einer Druckrohrleitung. Womöglich werde Emmerich am Ende nicht bezahlen („0 Cent für die Betuwe“), aber noch herrsche kein Konsens. Vielleicht müsse die Stadt in Vorleistung gehen.

 
 

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