Besuch aus den Niederlanden

Ein Verkehrsexperte der Niederlande schaut sich die Betuwe Linie bei Elten an. Auf dem Foto: Jan Frans Bergman, Johannes ten Brink, Charlie Aptroot und Franz-Josef Gabriel. Foto: Kurt Michelis WAZ / FotoPool
Ein Verkehrsexperte der Niederlande schaut sich die Betuwe Linie bei Elten an. Auf dem Foto: Jan Frans Bergman, Johannes ten Brink, Charlie Aptroot und Franz-Josef Gabriel. Foto: Kurt Michelis WAZ / FotoPool

Emmerich. Der Niederländische Parlamentarier Charlie Aptroot besuchte Emmerich und informierte sich über den Stand der Dinge in der Betuwe-Diskussion. Die sei ein Riesenproblem, so Aptroot.

Der Deutsche gilt im Allgemeinen als zuverlässig und pünktlich. Hat er um 12 Uhr einen Termin, ist er meistens um 11.55 Uhr vor Ort. In Sachen Betuwe sind es derzeit die sprichwörtlichen Fünf vor Zwölf. Denn – und das glaubte man auf niederländischer Seite bis vor kurzem – die Güterlinie soll zwischen Emmerich und Oberhausen eigentlich bis Dezember 2013 ausgebaut sein. Die Niederländer sind auf ihrer Seite fertig und haben sich auf die Zuverlässigkeit der Deutschen verlassen. Die Nachbarn sind erstaunt, dass die Deutsche Bahn ihre Termine nicht einhalten wird. Womöglich ist die Strecke erst 2020 fix und fertig.

Gestern war mit Charlie Aptroot der verkehrspolitische Sprecher der VVD im niederländischen Parlament zu Gast in Emmerich. Der Liberale von besuchte die Kollegen der FDP in Emmerich, denn es war Ortsverbandsvorsitzender Jan-Frens Bergman, der Aptroot aufklärte: Der Betuwe-Ausbau ist hierzulande längst nicht so weit fortgeschritten wie von der Deutschen Bahn oder den Ministerien gegenüber der Niederländern kolportiert. Die Planfeststellungsverfahren für drei von zwölf Abschnitten haben gerade erste begonnen.

„Das ist ein Riesenproblem. Der Hafen in Rotterdam wird trotzdem erweitert“, erinnerte Aptroot. Entsprechend sei mit mehr Güterverkehr (ob Schiene, Straße oder zu Wasser) zu rechnen, egal wie weit die Betuwe in Deutschland ist. Denkbar sei auch, dass wieder über einen Bahnbeipass über Venlo zu diskutieren sei. In den Gesprächen, bei denen auch die Liberalen Christoph Kukulies, Fraktionschef, und Franz-Josef Gabriel sowie Johannes ten Brink, Bahnexperte von der CDU, dabei waren, einigten sich die Teilnehmer darauf, sich abzustimmen, wie sie den Druck über die Ministerien erhöhen können.