Besteller wird verfilmt

Maria Raudszus
Das Foto von Dienstag, 17.06.2014, zeigt Anne Gesthuysen, die auf der Suche nach Drehorten für die Verfilmung ihres Buches -Wir sind doch Schwestern- auch den Hof von Beatrix un Norbert Opgen-Rhein in Rees Empel besuchte. Foto: Diana Roos / WAZ FotoPool
Das Foto von Dienstag, 17.06.2014, zeigt Anne Gesthuysen, die auf der Suche nach Drehorten für die Verfilmung ihres Buches -Wir sind doch Schwestern- auch den Hof von Beatrix un Norbert Opgen-Rhein in Rees Empel besuchte. Foto: Diana Roos / WAZ FotoPool
Foto: WAZ FotoPool
Buchautorin Anne Gesthuysen besuchte den Theveshof in Empel. Dort kamen ihre Großtanten Gertrud, Paula und Katty zur Welt, die Hauptdarstellerinnen ihres Bestsellers „Wir sind doch Schwestern“.

Empel.  Nein, an der Haustür klingeln musste Journalistin, Moderatorin und Bestsellerautorin Anne Gesthuysen nicht. Landwirt Norbert Opgen-Rhein stand bereits auf der Straße, als der Wagen aus Düsseldorf in den Burgweg einrollte. Die NRZ hatte die Empeler Familie über die herannahenden Gäste informiert. Natürlich baten die Opgen-Rheins Anne Gesthuysen und ihre drei Begleiter gleich ins Haus. Das Anliegen des überraschend aufgetauchten Besuchs: Den Theveshof von Norbert und Beatrix Opgen-Rhein kennenzulernen. Also den Hof, auf dem die Protagonistinnen des Gesthuysen’schen Bestsellers „Wir sind doch Schwestern“, Gertrud, Pauly und Katty Franken, aufgewachsen sind.

„Wir reden gerade über historische Wahrheit und Erfindung im Buch“, so Anne Gesthuysen über das erste Gesprächsthema mit der Empeler Landwirtsfamilie. Gemeinsam saß man beim Kaffee in der guten Stube. „Ich habe ja gleich gesagt, dass die Niederrheiner gastfreundliche Menschen sind“, so Anne Gesthuysen zu ihren Begleitern während sie ihre Augen über die spontan gedeckte Tafel schweifen ließ. Mit ihr angereist waren Drehbuchautorin Heide Schwochow, Dramaturgin Lena Kammermeier sowie Marc Lepetit, Assistent des Produzenten Nico Hofmann. Dass der Roman „Wir sind doch Schwestern“ nun verfilmt wird, war für Beatrix Opgen-Rhein keineswegs neu: „Das habe ich bereits gelesen.“ Wo der Theveshof liegt, das hatte die Buchautorin von der NRZ-Lokalredaktion Emmerich erfahren. Die hatte sich nämlich auf Spurensuche begeben, nachdem Anne Gesthuysen im März vergangenen Jahres aus ihrem Roman in der Stadtbücherei Rees gelesen hatte. Damals war die Frage aus dem Publikum aufgetaucht: „Wissen Sie denn wo der Theveshof liegt?“ Was Anne Gesthuysen verneint hatte.

Nun also stand der Theveshof auf dem Reiseprogramm der Gäste wie auch weitere Handlungsorte des auf historischen Tatsachen fußenden Romans, beispielsweise das Hotel van Bebber in Xanten und der Tellemannshof in Wardt, auf dem der CDU-Politiker Heinrich Hegemann lebte. Er spielt in dem Buch eine zentrale Rolle, begründet sich seine über die Grenzen des Niederrheins hinaus reichende Bekanntheit doch nicht allein auf seine politische Karriere, sondern auch auf die ihm nachgesagte Liaison mit Anne Gesthuysens Großtante Katty. „Bei der Reise zu den Originalschauplätzen geht es darum, dass die Drehbuchautorin Heide Schwochow ein Gefühl für die Örtlichkeiten bekommt, für die Weite der Landschaft, für die Menschen, die hier leben“, erklärte Anne Gesthuysen. Außerdem stand ein Besuch bei Kattys Nichte Käthe in Xanten an, die inzwischen 94 Jahre alt ist. „Sie hat Tante Katty gut gekannt und kann sich noch an viele Einzelheiten erinnern“, machte die Morgenmagazin-Moderatorin neugierig.

Eine knappe Stunde blieben die Gäste in Empel. „Ich kannte den Niederrhein bis dahin nicht, eine schöne, verwunschene Landschaft mit erdigen Menschen“, so die Drehbuchautorin.