Auf traditionelle Weise gebrannt

Das Alphons Meyer Dachziegelwerk an der Reeser Straße in Rees-Vrasselt. Foto: Roy Glisson WAZ FotoPool
Das Alphons Meyer Dachziegelwerk an der Reeser Straße in Rees-Vrasselt. Foto: Roy Glisson WAZ FotoPool
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Vrasselt. In Emmerich wird der Tag des Denkmals am 10. und 11. September an zwei Tagen begangen. Thema diesmal: „Romantik, Realismus, Revolution – Das 19. JahrhunderIm Fokus“. Im Fokus steht das Dachziegelwerk Alphons Meyer.

In Emmerich am Rhein findet der Tag des offenen Denkmals ausnahmsweise an zwei Tagen statt: Samstag und Sonntag, 10. und 11. September. Unter dem diesjährigen Thema „Romantik, Realismus, Revolution – Das 19. Jahrhundert“ soll nach Vorschlag der Deutschen Stiftung Denkmalschutz die stilistische Vielseitigkeit, der rasante technische Fortschritt und/ oder der sich in der Architektur widerspiegelnde gesellschaftliche Wandel dieser Epoche aufgezeigt werden.

Die blaugrauen und
die naturroten Ziegel

Eine Arbeitsgruppe hat sich mit dem vielfältigen Thema und den Möglichkeiten der Präsentation am Tag des offenen Denkmals beschäftigt. Im 19. Jahrhundert war auch in Emmerich viel in Bewegung und der technische Fortschritt nicht aufzuhalten. Um möglichst viele Facetten des 19. Jahrhunderts darstellen und aufzeigen zu können, fiel die Wahl der Arbeitsgruppe auf das Dachziegelwerk Alphons Meyer und das „Gut Rauheck“ in Vrasselt.

Wurden Dachziegel zunächst nur auf Bauernhöfen gebrannt, so begann Alphons Meyer 1893 mit dem Ausbau einer industriellen Produktionsstätte, die bis heute betrieben wird. Nach wie vor werden hier in alter Tradition Dachziegel hergestellt. Durch ein spezielles Brennverfahren erhalten die Dachziegel ein belebendes Farbspiel. Hieraus resultiert auch die Spezialität des Werkes – blaugrau-kohlegedämpfte und naturrot-kohlegebrannte Ton-Dachziegel.

Alle interessierten Bürger und insbesondere Familien mit Schulkindern sind eingeladen, an beiden Tagen jeweils um 11 Uhr zum Dachziegelwerk Alphons Meyer in Vrasselt, Reeser Straße 209, zu kommen. Treffpunkt ist das „Haus am See“ auf dem Gelände des Dachziegelwerkes. Hier wird ein etwa 20-minütiger Film über die traditionelle Dachziegelherstellung im Werk Alphons Meyer vorgeführt.

Herrschaftliches
Gutshaus

Anschließend besteht die Gelegenheit zu einer Betriebsbesichtigung unter Führung von Karl-Heinz Meyer. Sicheres und festes Schuhwerk ist unbedingt notwendig. Die Kleidung sollte waschbar sein. Ideal wäre der Besuch per Fahrrad, da der Parkraum beschränkt ist. Zur Erfrischung werden Getränke angeboten.

Nur am Samstag besteht darüber hinaus folgendes Angebot: Das Dachziegelwerk Alphons Meyer wurde im 19. Jahrhundert durch Erwerb und Ausbau der Ziegelei an der Bundesstraße gegründet. Alphons Meyer hatte mit seiner Frau Maria den Bauernhof mit dem Namen „Gut Rauheck“ an der Reeser Straße bezogen. Er begann mit umfangreichen Umbauten des Wohnhauses, wodurch aus dem relativ schlichten Bauernhaus ein herrschaftliches Gutshaus wurde.

Ein Besuch auf diesem Hof soll den gesellschaftlichen Wandel der Epoche, der sich in der Architektur widerspiegelt, und die romantische Architektursprache des 19. Jahrhundert aufzeigen.

Der Weg dorthin wird bei Interesse im Anschluss an die Ziegeleibesichtigung gemeinsam angetreten. Dieses Haus wird nicht von innen besichtigt, es werden die äußeren Architekturmerkmale beleuchtet.

 
 

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