Auf dem Rücken der Pferde...

Tägliche Ausritte gehören zum Ferienprogramm.  Foto: Johannes Kruck
Tägliche Ausritte gehören zum Ferienprogramm. Foto: Johannes Kruck
Foto: WAZ FotoPool

Hüthum.. ... liegt das Glück der meist weiblichen Gäste des Hüthumer „Ortscherhof“. Ferien auf dem Reiterhof.

Die Begrüßung ist herzlich und schwanzwedelnd. Vier Kulleraugen, zwei Stupsnasen und ein treudoofer Blick – das Empfangskomitee des Ortscherhofes hat es in sich: Jeder, der den Hüthumer Reiterhof betritt, macht zunächst die Bekanntschaft mit Beagle-Hündin Anny und Katze Urmel.

Zwei vierbeinige Eisbrecher quasi, die auch die Kinder und Jugendlichen begrüßen, die auf dem Reiterhof ihre Ferien verbringen. Obwohl: Eisbrecher bedarf es eigentlich gar nicht, schließlich sind die meist weiblichen Besucher mehr als freiwillig auf dem Hof. So wie die zwölfjährige Annika, die gerade Urlaub in Emmerich macht. Wieder einmal. Es hat ihr beim ersten Besuch vor vier Jahren nämlich so gut gefallen, dass sie seitdem regelmäßig an den Niederrhein kommt, ohne Eltern versteht sich. Mittlerweile ist sie zum zehnten Mal hier, der nächste Termin in den Herbstferien ist gebucht.

Seit 1983 gibt es den Reiterhof der Familie Lensing-Hebben nun schon. So wie Annika machen jedes Jahr etliche Mädels – ab und an ist auch ein pferdemögender Junge dabei – Urlaub auf dem Hof an der Eltener Straße.

Lauf, Forrest,
lauf!

Außerhalb der Ferien nehmen Kinder und Jugendliche aus der Umgebung auf dem Hof Reitstunden.

Insgesamt 26 Pferde und Ponys leben auf dem Ortscherhof. Annika hat es vor allem einer angetan: Shetland-Pony Simba ist ihr absoluter Liebling. Die Tiere des Streichelzoos – zwei Schafe und vier Kaninchen – erfreuen sich aber auch großer Beliebtheit bei den Besucherinnen. Obwohl dort ein herber Verlust zu verzeichnen ist: Kaninchen Forrest Gump hat sich in einem unbeobachteten Moment wohl gedacht „Lauf Forrest, lauf!“, und ist über alle Berge gehoppelt. Weit hat er’s allerdings nicht geschafft, der Mümmelmann lebt jetzt in direkter Nachbarschaft auf den Hüthumer Feldern, in wilder Ehe mit einem ebenso wilden Kaninchen.

Sturmschäden
im Wald

Zu Gesicht bekommt man ihn jetzt allenfalls noch bei den täglichen Ausritten der Urlaubsgruppen in den Wald. Reiterhof-Chef Hugo Lensing-Hebben hat da allerdings weniger Augen für Kaninchen als mehr für die Sicherheit seiner Schützlinge. „Ausreiten im Wald ist grad ganz schwierig, wegen der vielen Sturmschäden“, erzählt der 50-Jährige, während seine Frau Claudia in der Küche steht und Salami für die Mittags-Pizza schnibbelt.

Und die Stärkung ist auch notwendig, denn wenn die Pferdenärrinnen am Mittag von ihrem Ausritt kommen, haben sie bereits das halbe Tagesprogramm hinter sich: Frühstück gibt’s um 9 Uhr, danach holen die Mädels ihre Pferde aus der Box, putzen sie und legen den Tieren Sattel und Trense an. Dann geht’s über Stock und über Stein, für Fortgeschrittene gegebenenfalls sogar über die Profi-Hürde auf dem Springplatz oder durch den Wassergraben. Aufgaben wie Stallausmisten stehen nicht auf dem Programm. „Bei uns muss niemand arbeiten“, sagt Hugo Lensing-Hebben. „Die Kinder sind hier, um Ferien zu machen.“

 
 

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