Auch zum 60. Geburtstag sind die Funker der Zeit voraus

Führen die Funker zum 60. Geburtstag: (von links) Bernhard Flür (Kassenwart), Hermann Römer (Vorsitzender) und Wilhelm Thielen (Pressesprecher).
Führen die Funker zum 60. Geburtstag: (von links) Bernhard Flür (Kassenwart), Hermann Römer (Vorsitzender) und Wilhelm Thielen (Pressesprecher).
Foto: Funke Foto Services
Die Emmericher Funker feiern am 29. Mai ihren 60. Geburtstag. Das technische Kommunikationshobby kommt bei Hermann Römer und seinen Kollegen einfach nicht aus der Mode.

Emmerich..  In Zeiten blitzschneller Gesprächsverbindungen von Emmerich rund um den Erdball auf die Fidschi-Inseln beispielsweise sind Schwärmereien alter Schule relativ. Zumindest, was den technisch versierte(re)n Nachwuchs anbetrifft. Das weiß auch Hermann Römer. Deshalb stellt der Vorsitzende der Emmericher Funkamateure im Deutschen Amateur-Radio-Club auch die gut einjährige Ausbildung in den Vordergrund, die manch einem seiner Schützlinge schon auf dem Weg zum Ingenieur geholfen hat.

Ausbildung beim Hausmeister

Betriebstechnik, Gesetzeskunde und technische Kenntnisse, natürlich die höchste Herausforderung für junge Funker, locken immer noch Lernwillige in die alte Hausmeister-Wohnung der Speelberger Liebfrauen-Grundschule. Ganz oben unter dem Dach. Und dies schon seit 1983.

Zum 60. Geburtstag der Emmericher Funker sind die alten großen Kästen, die mittels meterlanger Drahtantennen und Schnurmikrofon einst das Ohr zur weiten Welt darstellten, zwar nicht ausrangiert. Römer jedoch hantiert mit einem kleinen schwarzen Gerät herum, das wie ein frühes Mobiltelefon mit Antenne aussieht. „Funken geht auch über das Handy – mit speziellen Programmen“, betont Römer.

Funker und Radio-Enthusiasten gingen schon immer mit der Zeit. Oder waren ihr sogar meist ein Stückchen voraus. Ob’s einst das Lang-kurz-lang-Morsealphabet per Taschenlampe war, das Kurzmeldungen über lange Sichtweiten möglich machte. Oder das in den 70er- und 80er-Jahren ungemein beliebte DX-en. Also das Aufspüren möglichst weit entfernter Radiosender im Kurzwellenbereich.

Was nur zu bestimmten Tages- oder Nachtzeiten aufgrund der Wellenausbreitung möglich war. Radio Caracol aus Kolumbien morgens um 4 Uhr mit einem gezirpten, schwankenden Fußball-Torschrei im Äther zu hören, stellte damals die Befriedigung für Nachtschwärmer dar. Beispielsweise.

Heute surft man im Internet umher, bekommt von vielen Stationen einen Radio- oder TV-Stream „in Stereo“ auf die Ohren. Das weiß natürlich auch Hermann Römer, der im Funk als Delta-Foxtrot-Five-Echo-Oscar unterwegs ist. Oder kurz, ohne das internationale Alphabet: DF5EO. „Wer bei uns eine internationale Amateurfunk-Lizenz erworben hat, der hat im Berufsleben größere Chancen“, wirbt Römer für seinen Klub.

Der Altersschnitt der 51 Mitglieder liegt zwar bei knapp 52 Jahren. Mit Colin Moritz Baumgartner ist allerdings auch ein Youngster darunter, der gerade einmal zehn Lenze zählt. Alterspräsident ist Wilhelm Pitz, 85-jährig.

Der Bundesgrenzschutzbeamte Werner Kleemann gründete 1955 die Emmericher Funker, die als Ortsverband unter „Lima 04“ firmieren. Sieben Mitglieder bastelten sich, auch aus Brottrommeln der Firma Breitenstein sowie alten Funkutensilien und Antennen aus US- und kanadischem Bestand, die ersten Geräte. Hermann Römer war damals elf Jahre jung. „Einen heißen Draht zu den Funkern hatte ich aber schon.“ Vier Jahre später stieß der Volksschüler und junge Handwerker zur Crew dazu.

Über die Fabrik Breitenstein am Großer Wall, die Gerichtsklause, Schwarzer Rabe und das Kolpinghaus ging es 1983 in die Speelberger Grundschule. „Das war ein sehr wichtiger Schritt für uns, weil man schlecht in einer Kneipe ausbilden kann“, so Römer. Gilt übrigens nicht nur für Funker.

Übrigens:

Zum 60-jährigen Jubiläum der Funker steigt am 29. Mai um 19 Uhr im Klubheim des TuS 08 Emmerich-Hüthum an der Hansastraße. Es wird eine interne Feier für die aktuell 51 Mitglieder mit Zelt werden.


In Planung haben die Funker zwei „Geländetage“, bei denen man nach „alter Schule“ funken kann. Fixiert als „Freitage der offenen Tür“ sind 3. Juli und der 7. August, jeweils ab 19 Uhr.


Mehr Informationen gibt es unter 02822/53320 (freitags ab 20 Uhr, sonntags ab 11 Uhr) sowie im Internet unter der Adresse www.L04.de.

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