Als Dezernent fehlte Erwin Semelka die Zeit fürs Ehrenamt

Erwin Semelka  ist der neue Vorsitzender des Seniorenbeirates in Rees.
Erwin Semelka ist der neue Vorsitzender des Seniorenbeirates in Rees.
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Nach seiner Pensionierung engagiert sich der Diplom-Ingenieur beim Sozialverband Vdk und im Seniorenbeirat

Millingen.  Der neue Vorsitzende des Seniorenbeirates, Erwin Semelka, ist waschechter Millinger, sogar im damaligen Krankenhaus in Millingen geboren. Als er mit Einstieg ins Pensionsalter vor einem Jahr auf der Suche nach einem Ehrenamt war, wurde er als Mitglied im Sozialverband VdK als neuer Vorsitzender vorgeschlagen und gewählt. Eine Aufgabe, die der 66-Jährige gern übernommen hat und die ihn in dieser Funktion in den Seniorenbeirat führte.

In Empel besuchte Erwin Semelka die katholische Grundschule. Nach seinem Studium der Elektrotechnik entschloss sich der Diplom-Ingenieur für das Lehramt im Fach Maschinentechnik an berufsbildenden Schulen. 25 Jahre unterrichtete er am Berufskolleg in Bocholt in den Fächern Elektro-, Maschinen- und Holztechnik.

Danach wurde er in die Bezirksregierung nach Münster berufen, wo er als Leitender Regierungs-schuldirektor, schulfachlicher Dezernent für Berufskollegs, tätig war. Ein breites Spektrum umfasste seine Tätigkeit. Lehrpläne, Prüfungen, Schulbesuche, Projektentwicklung zur Ganztagsberufsschule, Konfliktmanagement: Der Terminkalender war voll, so dass in diesen Jahren die Zeit, sich politisch oder ehrenamtlich zu engagieren, fehlte. Nach einem orthopädischen Problem fand der Ehemann und dreifache Familienvater zum VdK.

„Zu uns kommen immer mehr Bürger, die beraten werden möchten. Unser Fachberater Andre Becker ist stets ausgebucht. Zehn Beratungen pro Termin sind die Regel“, weiß Semelka. Doch auch der VdK sucht Nachwuchs.

Daher ist für Erwin Semelka der demografische Wandel ein großes Thema. „Ich wünsche mir eine Zusammenstellung über die Altersentwicklung der Stadt Rees, auch im Vergleich zu den Nachbarstädten. Wie ist die Altersstruktur, wie groß die Pflegebedürftigkeit, wie viele Problemfälle gibt es, für wie viele Senioren muss das Sozialamt für die Unterbringung in Alten- und Pflegeheimen aufkommen?“ Zahlen über die Geburtenentwicklung, Kindergartenkinder und Schüler geben Aufschluss. „Die Stadt muss reagieren, damit die Leute hier bleiben“, sagt Semelka. „Hierzu würde ich gerne in der nächsten Sitzung des Seniorenbeirates einen Referenten hören.“

Und noch einen Vorschlag hat Erwin Semelka in Sachen Ampelanlage: „Vielleicht lässt sich hier bis zur festen Installierung der Anlage eine Baustellenampel einrichten. Damit wäre allen geholfen.“

 
 

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