Alle Züge passieren Emmerich!

Jan-Frens Bergman (FDP) plädiert für Bypässe zur Betuwe-Linie, als Alternative, wenn die Betuwe nicht nutzbar sein sollte.

Emmerich.. Einige Ergänzungen zu dem Betuwe-Statement von Bernd Nellissen, der im Ausschuss für Stadtentwicklung vor allem auf den Lärmschutz eingegangen war (die NRZ berichtete) macht Jan-Frens Bergman (FDP). Er schreibt, dass 1992 in Warnemünde neben der Betuwe-Linie auch eine Nord- und eine Südroute abgesprochen worden sei. Die Bypässe seien momentan aktuell, „da einerseits der deutsche Teil der Betuwe auf sich warten lässt und man andererseits eine Alternative haben möchte, wenn die Betuwe-Linie nicht benutzbar ist, z.B. wegen eines Unglücks oder durch Reparaturen“.

Bürgerproteste

Bergman weiter: „Bei der nördlichen Route Arnhem-Deventer-Hengelo-Bentheim-Rheine sind Verbesserungen in Vorbereitung. Jedoch gegen viele Proteste der Bürger. Diese Verbindung ist sehr wichtig für den Güterverkehr zwischen Norddeutschland und Flandern/Niederlande. Die südliche Route über Venlo, Duisburg ist eine bestehende Strecke. Venlo führt eine umfangreiche Lobby-Kampagne durch, um Güter per Bahn von und nach Zeebrugge, Antwerpen und Rotterdam über Venlo laufen zu lassen. Eine eventuelle Verbindung mit dem Eisernen Rhein (Antwerpen-Ruhrgebiet) spielt hier auch eine Rolle. Venlo glaubt, mit diesen Verbindungen seine logistische Position verstärken zu können (Emmerich hatte hierbei eine bessere Position).

Für Emmerich ist noch eine Route wichtig: Utrecht-Arnhem-Zevenaar-Emmerich und zurück. Dies ist die bestehende alte Route, die als Schleichweg gebraucht wird. Güterzüge, die auf niederländischem Staatsgebiet die neue Betuwe-Linie benutzen wollen, müssen die höchsten europäischen Sicherheitsanforderungen für den Schienenverkehr erfüllen. Erfüllen die Güterzüge diese Forderungen nicht, werden sie auf der Betuwe nicht zugelassen und müssen über die alte Route, Schleichweg, fahren. All diese Züge passieren Emmerich. Diese Geschäftsabläufe sind ein Thema für die Stadt Emmerich und den Kreis Kleve (Sicherheit). In dieser Angelegenheit ist zu diesem Zeitpunkt juristischer Erfolg zu erzielen. Beim Lärmschutz kann man erst reagieren, wenn ein Neubau (3. Gleis) ausgeführt wird. Unser geachtetes Ratsmitglied Nellissen setzt auf das falsche Pferd.“

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