18 Kilo Mehl für Spekulatius

Sonja Terhorst
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Millingen.  Lepra? Gibt’s das noch? Ist das nicht ausgestorben? Tuberkulose? Das war doch in den 80er und 90er Jahren aktuell, aber jetzt? So oder so ähnlich lautet oft die Reaktion von Außenstehenden. Doch beide Krankheiten sind aktuell. Weltweit leiden mehr als neun Millionen Menschen an der Lungenkrankheit Tuberkulose. An Lepra, auch als „Aussatz“ bekannt, erkranken, laut Angaben der deut-schen Lepra- und Tuberkulosehilfe (DAHW), jedes Jahr mehrere Hunderttausend neu.

Marmeladen und Liköre

Um die Arbeit der Hilfsorganisation zu unterstützen, veranstaltet die Lepragruppe Millingen seit mittlerweile 33 Jahren ihren Basar in den Räumen des katholischen Pfarrheims im Dorfkern. Da wird gebastelt, gestickt und gestrickt, alles für den guten Zweck. Wichtig sei dabei, dass man sich immer neue Idee holt, verrät eine fleißige Helferin. Da wird in Heften gestöbert, nach der neusten Mode Aus-schau gehalten und neue Rezepte ausprobiert. Zum Beispiel haben die Frauen neben verschiedenen Marmeladen und Likören, auch verschiedene Chutneys und Senfkreationen im Angebot. Mit Käsehäppchen kann man so den fruchtigen Feigen-Honig-Senf oder den etwas schärferen Aprikosen-Honig-Senf kosten. „Immer neue Ideen haben“, das sei eben das Wichtigste, betont auch Marion Hoppmann, eine der gut 20 helfen-den Frauen, die schon um 8.30 Uhr die ersten Besucher neugierig vorbeischlendern sahen. Und das, obwohl der offizielle Start erst für 9 Uhr vorgesehen war. Wahrscheinlich lockte sie das umfangreiche Frühstück an. Doch auch für die Mittags- und Nachmittagszeit waren die Frauen gerüstet. Mit selbstgemachter Suppe und über 30 Ku-chenspenden konnten sie jeden hungrigen Gast fröhlich machen. Bei so viel Andrang wundert es nicht, dass beispielsweise die be-gehrten Holzarbeiten schon am Mittag ausverkauft waren.

Doch auch die Adventsgestecke und –kränze waren ebenso begehrt wie die selbstgebackenen Plätz-chen. „18 Kilo Mehr haben wir allein für die Spekulatius verba-cken“, erzählt Irmgard Blümer, Leiterin des Leprabasars. Zusam-men mit fünf weiteren Bäckerin-nen haben sie in der letzten Woche ihre Küche in eine regelrechte Weihnachtsbäckerei verwandelt. Sie sei froh, über so ein breites und fleißiges Team. „Ohne die ande-ren, wäre ich gar nichts“, gesteht sie. Das alles machen sie aber gern. „Weil man weiß, dass das Geld ankommt“, betont Hoppmann. „So kann man mit einem guten Gefühl dafür arbeiten und spenden.“Auch in Haldern war der Leprabasar bestens besucht.