100 Könige ziehen durchs Lindendorf

Foto: NRZ

Haldern..  Nach der 950 Jahr-Feier von Haldern im Jahr 1990 war man sich einig: Das nächste Jubiläum findet 2040 statt, zum 1000. Geburtstag. Doch wer 50 Jahre Material für das nächste Fest sammelt, merkt bald: Das Jahr 2015 bietet sich hervorragend an, um die Wartezeit mit einer 975-Jahr-Feier zu verkürzen. Zumal Clemens Reinders einen so herrlichen Fundus an Fotografien zusammengetragen hat, dass ihre Veröffentlichung auf keinen Fall noch 25 Jahre warten kann.

So stellte gestern Bernhard Uebbing, Vorsitzender des Halderner Heimatvereins, das Festprogramm vor, dass bereits am 11. Juli mit dem Dorfkaiserschießen beginnt. Dieser Schießwettbewerb wird von den drei Schützenvereinen Helderloh-Heeren-Herken, Wittenhorst-Töven-Sonsfeld und Haldern veranstaltet. „Wir haben alle noch lebenden Könige dieser Vereine eingeladen“, berichtet Brudermeister Manfred Daleske von der St. Josef Schützenbruderschaft, die ab 11. Juli auch ihr Schützenfest feiert und somit das Festzelt für das Kaiserschießen zur Verfügung stellt. 121 Könige sind startberechtigt, zirka 100 haben ihr Kommen zugesagt.

Nach einem gemeinsamen Kaffeetrinken wird es einen großen Umzug durch das Lindendorf geben. „Der Zug wird von den Helderlohern angeführt, denn sie haben vor 25 Jahren den Dorfkaiser Hannes de Witt gestellt“, erklärt Daleske. Der älteste teilnehmende König ist Leo Fischer, der im Jahr 1948, beim ersten Schützenfest nach dem Krieg – damals wurde noch mit Armbrust geschossen – den Vogel von der Stange holte. Jüngster König ist mit 18 Jahren Stefan Telaak.

Beim Umzug gehen die drei Vereine in Blöcken, je Verein gehen die Fahnenträger voran, gefolgt von den Königspaaren des jeweiligen Vereins, dem sich Abordnungen anschließen. Den Königen ist es überlassen, ob sie mit ihrer damaligen Königin ziehen oder ihre jetzige Partnerin wählen. Auch zur Kleidung gibt es keinen Dresscode, ein schönes festlich-fröhliches Bild sollte der Umzug abgeben.

Die eigentliche Festveranstaltung findet am Freitag, 18. September, um 19 Uhr im Saal Tepferdt statt. Hier wird der Historiker Dr. Christoph Reichmann den Festvortrag halten. Alle werden an diesem Tag gespannt sein, wenn Clemens Reinders seinen neuen Haldern-Bildband herausgibt. Über 200 Fotografien werden darin zu finden sein. „Dabei sind mir besonders Fotos aus privaten Alben wichtig. Etwa wenn ein Sohn die Familienmitglieder fotografiert hat, als sie vom Feld kamen“, erläutert Reinders. Auch Fotos aus den Kriegsjahren faszinieren den 2. Vorsitzenden des Heimatvereins. Wie das von zwei jungen Frauen, die auf dem Feld einen Graben ausheben, um bei Angriffen dorthin flüchten zu können. „Was mir noch fehlt, das sind Fotos, die das Flair der 60er und 70er Jahre widerspiegeln“, hofft Reinders auf weitere Fundstücke. Das Buch soll zehn Euro kosten, die erste Auflage wird 1000 Exemplare umfassen.Am 19. September wird das Stengeltefest mit Kneipennacht gefeiert, am Jubiläumstag, 12. September, das große Gewerbefest auf dem Lindendorfplatz.

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