Zwei Millionen Euro für neues Tigergehege im Duisburger Zoo

Tigerdame Ahimsa ruht in der noch alten Tigeranlage.
Tigerdame Ahimsa ruht in der noch alten Tigeranlage.
Foto: Oliver Müller
Der Duisburger Zoo baut ein neues Tigergehege und ein Zoo-Labor. Möglich macht dies eine Spende von zwei Millionen Euro des Chemiekonzerns Evonik. Den Sibirischen Tiger El-Roi erwartet nach seiner Rückkehr ein Freigehege mit Flusslauf. Nebenbei möchte der Zoo mit dem Gehege für Nachwuchs sorgen.

Duisburg. Großflächige Plakate am Nebeneingang des Zoos künden schon von dem Neubau des Tigergeheges direkt am Nebeneingang des Duisburger Zoos. Welch ein Gegensatz: Dort Bilder der neuen, weitläufigen Anlage mit freiem Blick und großen Glassichtfenstern, hier die Realität bröckelnden Betons und rostiger Zacken-Balustraden aus Zoo-Zeiten der 60er Jahre – dank der Evonik-Spende von zwei Millionen Euro bekommt der Tierpark am Kaiserberg eine herausragende Attraktion.

El-Roi, der neun Jahre alte Sibirische Tiger, wird den Bau seiner neuen Heimat nicht miterleben. Er wird so lange in den Münchener Zoo ausquartiert. Bei seiner Rückkehr, vermutlich im Sommer 2015, erwartet ihn ein großes Freigehege mit Birken- und Grasbewuchs, Kletterfelsen, Flusslauf und Badegewässer. Und auf ihn wird dann wohl eine Tigerdame warten. Denn der Zoo will in dem neuen Gehege für Nachwuchs sorgen und so zum Bestand der bedrohten Tierart beitragen. Nur noch einige Hundert Sibirische Tiger leben in freier Wildbahn.

Kindern Naturwissenschaften näher bringen

Möglich macht den Bau Evonik. Das Chemieunternehmen finanziert sowohl das neue Freigehege wie das geplante „Evonik-Zoo-Labor, das Kindern Naturwissenschaften näher bringen soll.

Mit Evonik-Chef Klaus Engel trifft der Zoo zudem auf einen wahren Tierfreund, der schon manch Safari hinter sich brachte. Und viele Zoo-Besuche. Denn Engel ist in Duisburg geboren, wuchs direkt am Kaiserberg auf und ist dem Zoo nach eigenen Worten „eng verbunden“. Erst vor kurzem war er mit seinen Patenkindern am Kaiserberg unterwegs. „Sibirische Tiger brauchen Platz zum Leben, zum Überleben“, begründet Engel das Firmenengagement.

Schnell war in Gesprächen mit OB Link klar, dass das eigentlich für das Küppersmühle-Museum vorgesehene Evonik-Geld in Duisburg bleiben soll. „Schade, dass das mit dem Museum nicht geklappt hatte, das wäre auch schön gewesen, mir war aber wichtig, dass das Geld Duisburg an jetzt anderer Stelle zugute kommt“, so Engel, der mit Blick auf das Küppersmühle-Desaster mit dem Gehege-Architekten kurz scherzte: „Macht mir keine Scherereien.“

Als „große Geste“ lobte der Zoo-Aufsichtsratsvorsitzende Hans-Werner Tomalak das Evonik-Engagement: „Die, die Duisburg abgeschrieben haben, sehen: Duisburg lebt.“ Und Oberbürgermeister Link ist sich sicher: „Die neue Tigeranlage wird Bekanntheit und Attraktivität des Zoos weiter steigern.“ Dem Zoo gelinge es, sich jedes Jahr weiterzuentwickeln: „Es geht hier immer voran.“

Großkatzen haben viel Platz zum Herumtigern und Besucher beste Blicke ins Gehege

Das neue Tiger-Freigehege wird mit 1600 qm ungefähr dreimal so groß wie die bisherige Anlage. Gebaut wird nach den Plänen des Landschaftsarchitekten Peter Decker, der u.a. in den Zoos Leipzig und Hannover baute und die Gorilla-Anlage in Krefeld plante.

Die Sibirischen Tiger können ab 2015 in einer naturnahen Anlage mit Felsformationen, Wasserläufen und Grünzonen „herumtigern“. Die Besucher können die Tiere aus verschiedenen Perspektiven beobachten, an Glascheiben direkt vor den Tigern stehen und von erhöhten Podesten eines zweistöckigen Besucherhauses die gesamte Anlage überblicken. „Das wird ein Raumerlebnis“, verspricht Peter Drecker.

Da Tiger Einzelgänger sind, wird die Anlage unterteilt. Sibirische Tiger sind mit 250 kg Gewicht und einer Länge von über drei Metern die größte Tigerart. Tigergehege gelten als anspruchsvolle Krone der Zoo-Architektur: Denn die Großkatzen können nicht nur enorm hoch und weit springen, sondern auch ausgezeichnet klettern und schwimmen. Zugleich zählen sie zu den beliebtesten Zoo-Tieren „mehr noch als Löwen“, so Zoo-Kurator Volker Grün.

 
 

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