Delfin-Männchen aus dem Zoo Duisburg fliegen nach Lanzarote

Nach der Ankunft auf den Kanaren gab es erstmal etwas zu essen.
Nach der Ankunft auf den Kanaren gab es erstmal etwas zu essen.
Foto: Zoo Duisburg
  • Am Flughafen Nürnberg kamen noch die Artgenossen Noah und Kai aus dem dortigen Zoo hinzu
  • Neues Zuhause ist der erst in diesem Jahr fertig gestellt Rancho Texas Park auf der Kanareninsel
  • In Duisburg leben jetzt noch sieben Große Tümmler inklusive des 37-jährigen "Patriarchen" Ivo

Duisburg.. Die beiden fünfjährigen Großen Tümmler Diego und Darwin haben eine neue Heimat. Am vergangenen Wochenende wurden die in Duisburg geborenen Meeressäuger in den Rancho Texas Park auf der spanischen Kanareninsel Lanzarote gebracht, wo sie ab sofort leben werden. Der Umzug erfolgt nach Angaben des Duisburger Zoos im Rahmen des Europäischen Erhaltungszuchtprogramms (EEP). Gemeinsamt mit Diego und Darwin ziehen auch die Nürnberger Delfine Noah und Kai auf die Kanaren.

Der Umzug sei planmäßig erfolgt, erklärt die Tierärztin Dr. Kerstin Ternes vom Duisburger Zoo: "Wenn die Tiere geschlechtsreif werden, geben wir sie ab." Das sei bei Diego und Darwin bald so weit, daher habe der Tierpark die sich nun auf Lanzarote bietende Gelegenheit genutzt, sagt Ternes, und spricht von einem "echten Glücksgriff". Für mögliche oder erforderliche Umzüge von Delfinen habe ein Zoo selten eine große Auswahl.

Transport in mit Wasser gefüllten Kisten

Der Transport war für den Zoo ein logistischer Kraftakt. Laut Ternes erforderte er eine lange Vorbereitungszeit und sei mit "höchster Sorgfalt" über die Bühne gegangen. Am Samstag wurden die beiden Männchen auf Transport-Matten in mit Wasser in Beckentemperatur gefüllte Kisten gebracht. Erst ging es zum Kölner Flughafen, dann per Chartermaschine zunächst nach Nürnberg, wo Noah und Kai "zustiegen", und dann auf die Kanaren. Vom Flughafen auf Lanzarote seien es schließlich noch zehn Fahrminuten bis zum Delfinarium gewesen, berichtet Ternes. Dort habe es dann erstmal etwas zu essen gegeben. Sicherheitshalber begleitete eine Tierärztin die Reise. Um den Tieren den Einzug in die neue Umgebung zu erleichtern, sei außerdem pro Delfin je ein Pfleger dabei, den die Tümmler noch aus der Heimat kennen. Sie werden noch rund eine Woche auf Lanzarote bleiben.

Auf der Insel leben Diego und Darwin in dem erst in diesem Jahr fertig gestellten Delfinarium zunächst getrennt von Noah und Kai, um sich langsam aneinander zu gewöhnen, wie Ternes erklärt. Das Quartett bildet vorerst eine reine Junggesellen-Gruppe. Im Duisburger Zoo leben jetzt noch sieben Große Tümmler: Senior Ivo (37), die Weibchen Daisy, Delphi und Pepina, Diegos und Darwins Schwester Dörte, das Mädchen Debbie und der noch namenlose jüngste männliche Nachwuchs, der vor Weihnachten endgültig an seine Familie herangeführt werden soll. "Wir haben auch keine Notwendigkeit, weitere dazu zu holen", sagt Ternes. Seit 1999 habe der Duisburger Zoo keine Delfine mehr von außerhalb erworben. Auch hält die Tierärztin es für falsch, Patriarch Ivo "in seinem fortgeschrittenen Alter" noch ein weiteres Männchen an die Seite zu stellen.

Mitspracherecht bei erneutem Umzug

Wie der Tierpark am Kaiserberg betont, werde "der Kontakt zu den Heimatzoos in Deutschland auch zukünftig eng gepflegt". So werden etwa die Blutwerte der Tiere weiter nach Duisburg übermittelt. Außerdem werde "jede Behandlung mitgeteilt", sagt Ternes. Das geschieht nicht zuletzt auch, weil die Tiere nicht nur auf dem Papier Duisburger bleiben. "Die Tümmler gehören weiter dem Zoo", sagt Ternes. Auf die Kanaren sind sie bis auf weiteres nur verliehen. Selbst wenn sie sich dort nicht wohlfühlten, hätte der Zoo bei einem erneuten Umzug ein Mitspracherecht.

 
 

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