Zur Eröffnung des Duisburger Sommerkinos wartete eine Zeitreise

Über 600 Besucher in der Gießhalle des Landschaftsparks Nord schauten sich zur Eröffnung des 19. Stadtwerke-Sommerkinos den Stummfilm „Die Bergkatze“ von Ernst Lubitsch an.
Über 600 Besucher in der Gießhalle des Landschaftsparks Nord schauten sich zur Eröffnung des 19. Stadtwerke-Sommerkinos den Stummfilm „Die Bergkatze“ von Ernst Lubitsch an.
Foto: FUNKE Foto Services
Der 95 Jahre alte Stummfilm „Die Bergkatze“ überraschte das Publikum am Eröffnungsabend – auch dank der tollen Musik der Gruppe Trioglyzerin.

Duisburg.. Eine Reise in längst vergangene Zeiten, als das Kino noch Kintopp hieß, bot das Stadtwerke-Sommerkino zur Eröffnung der 19. Auflage am Mittwochabend. Der von Ernst Lubitsch inszenierte Stummfilm „Die Bergkatze“ entführte die über 600 Besucher in der Gießhalle des Landschaftsparks Nord zurück ins Jahr 1920. Und obwohl die amüsante Groteske schon 95 Jahre alt ist, zündete so mancher Gag noch immer. Lang anhaltenden Applaus erhielt auch das Trioglycerin, das für die perfekte musikalische Untermalung dieses besonderen Film-Schätzchens sorgte.

„Das Sommerkino besitzt eine Strahlkraft über Duisburgs Grenzen hinaus, die unserer Stadt gut tut“, lobte OB Sören Link bei der kurzen Eröffnungszeremonie, die auf der kleinen Bühne im prächtig gefüllten Gastronomiebereich stattfand. Den ganzen Tag über hatten dort Regenschauer Sorgenfalten auf die Stirn der Sommerkino-Macher getrieben. Pünktlich zum Auftakt blieb es trocken. Hinterher war es sogar so schwül, dass viele den Film in T-Shirts bis kurz vor Mitternacht schauten.

Pola Negri hatte Affären mit zwei Weltstars

Damit technisch alles klappte, hatte das Team um Kai Gottlob bis kurz vor Beginn noch geschraubt, gelötet und gedreht. Dem Filmforum-Geschäftsführer war die Erleichterung anzusehen, als alles fertig war und er dem Publikum wünschte: „Lassen Sie uns Spaß haben beim Sommerkino 2015!“

Unmittelbar vor Filmbeginn betrat Gottlob nochmals kurz die Bühne des Sommerkinos. Er erklärte, dass „Die Bergkatze“ perfekt ins Profil des Filmforums passe und Lubitsch zu seinen Lieblings-Regisseuren zähle. Lubitsch ereilte später ebenso der Ruf nach Hollywood wie Pola Negri, die als Tochter eines Räuberhauptmanns die weibliche Hauptrolle in dem Eröffnungsfilm spielte. Negri hatte später auch dank der Affären mit zwei prominenten Kollegen Schlagzeilen geschrieben. Das waren Charlie Chaplin und Rudolph Valentino, verriet Gottlob.

Musik von „Schneewalzer“ bis Herman van Veen

Genug erzählt. Platz frei für drei wichtige Nebendarsteller: das Trio-glyzerin. Ulrich van der Schoor (Klavier), Kristoff Becker (Cello) und Tobias Becker (Oboe) hauchten dem 80-minütigen Film zusätzliches Leben ein. Dabei wurden nicht nur Instrumente benutzt: Ein knautschiger Kniff in einen Ballon klang wie ein schmatzender Handkuss. Bei Gewehrschüssen ließ das Trio Ballons platzen. Sie benutzten für die Musikthemen bekannte Melodien – etwa den „Schneewalzer“ oder „Weg da“ von Herman van Veen. Herrlich. Schräg. Vom Tempo genau auf den Punkt.

Der in vier Akten erzählte Film erhielt ebenso großen Applaus wie die drei Musiker am Ende des Abspanns. „Das war ein ungewöhnlicher Film. Zwischendrin war es wirklich witzig“, schilderte Zuschauerin Christel Gluth aus Neudorf ihre Eindrücke. Ute Saalmann, ebenfalls Neudorferin, ergänzte: „Wir sind Stammgäste im Sommerkino. Der Film war toll. Aber die Chaplin-Werke unter Begleitung der Duisburger Philharmoniker haben mir noch besser gefallen.“ Die gibt es dann im nächsten Jahr beim 20. Geburtstag des Sommerkinos wieder zu erleben.

 
 

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