Zoo Duisburg zählt exakt 3657 Bewohner

Maßarbeit: Die Boa Constrictor ist genau 2,99 Meter lang.
Maßarbeit: Die Boa Constrictor ist genau 2,99 Meter lang.
Foto: WAZ FotoPool

Duisburg. Die Zahl der Besucher für 2012 steht noch nicht exakt fest: Sie wird auf 900.000 geschätzt. Ganz genau weiß der Zoo aber bereits, wie viele Tiere in ihm leben: „3657 Tier-Individuen in 262 Arten“ lautet das Ergebnis der Tier-Inventur, die der Wissenschaftliche Leiter Dr. Jochen Reiter kurz vor dem Jahresende veranlasst hat.

Die Revierpfleger haben gemessen, gewogen, Bestandsbücher gewälzt und Daten abgeglichen. Sie haben jedes Tier mit seinen besonderen Kennzeichen festgehalten: Geschlecht, Geburtsdatum, Ohr-Kennmarke, Brandzeichen oder computerlesbarem Mikro-Transponder, der unter der Hautoberfläche liegt.

Am Freitag wurde zum Finale der großen Zählung noch die Boa Constrictor in der Tropenhalle Rio Negro gemessen; sie bringt es auf stolze 2,99 Meter.

Bären üben Familiengründung

Bei der Rückschau auf 2012 war für den Zoo der Einzug der Brillenbären in die neue Freianlage ein großes Ereignis. „Pablo und Huanca haben sich hervorragend eingelebt und sich kürzlich verpaart“, so Reiter. Die Zucht der Großbären wäre von großem Wert, weil sie in ihrer südamerikanischen Heimat vom Aussterben bedroht sind.

Ebenfalls noch nie am Kaiserberg zu sehen war die in ihrer Art bedrohte südostasiatische Fischkatze. Der passende Partner ist bereits ausgewählt und wird mit Spannung in den nächsten Wochen erwartet.

Hochburg der Koala-Zucht

Immer wieder Junge gibt es bei den Koalas, aber im letzten Jahr wurden erstmals gleich drei Jungtiere geboren. Und zwei weitere verlassen in den kommenden Wochen ihren mütterlichen Beutel. „Duisburg zählt damit zu einer der Hochburgen für die Haltung und Zucht von Koalas weltweit“, so der Zoo.

Auch die äußerst seltenen Riesenotter fühlen sich wohl am Kaiserberg. Vier Junge wachsen heran; Besucher dürfen sich aufs Frühjahr freuen, wenn der Wurf im großen Außenbecken tobt.

Zuwachs bei vielen Arten 

Zuwachs gab es auch bei den Gorillas, Vielfraßen, Großen Ameisenbären, Flachlandtapiren, Gänsegeiern, Hornraben, Hammerköpfen und – zum ersten Mal – bei den Bartkäuzen. Und nicht nur die drei 2011 geborenen Jungdelfine erfreuten sich bester Gesundheit, sondern die komplette neunköpfige Gruppe im Delfinarium, so der Zoo.

Während bei den Tieren über Zuwachs also nicht geklagt werden kann, sieht es bei den Besucherzahlen nicht so rosig aus. Mit geschätzt 900 000 Besuchern wurde die Millionenmarke 2012 deutlich unterschritten. Bis auf 2010 (956 637 Besucher) waren die Zahlen in den Vorjahren stets siebenstellig.

Rabattaktionen wie in Münster?

Ob die Duisburger versuchen, die Besucher mit Rabattaktionen wie der Allwetterzoo Münster zu locken, ist noch offen: Dort konnten die Besucher selbst bestimmen, wie viel Eintritt sie zahlen.

Im Vergleich liegen die Preise in Duisburg mit 14,50 Euro für Erwachsene und 7 Euro für Kinder jedenfalls relativ hoch. Gelsenkirchen verlangt 12,50/8,50 Euro, Dortmund 7,50/4 Euro.