Zeltstadt und Rathaus taugen nicht für die Skyline

Der Landschaftspark-Nord ist der Top-Favorit bei der Skyline-Abstimmung. Das Rathaus zählte nicht dazu . . . .
Der Landschaftspark-Nord ist der Top-Favorit bei der Skyline-Abstimmung. Das Rathaus zählte nicht dazu . . . .
Foto: WAZ
Von Stadtwerketurm bis Stadttheater: Duisburg hat markante Landmarken. Dass so viele Duisburger bei der Abstimmung für eine Duisburg-Skyline mitmachten, ist eine gelungen Aktion. Ein wenig mehr Identifikation ist aber auch nötig.

Duisburg.. Eine Skyline von allen für alle: Die Aktion der Wanheimerorter Kreativagentur „Deutsche.Handarbeit“ hat Charme. Duisburgs markante, auch identitätsstiftende Landmarken zu einem Ganzen zu vereinen, kann einen Banner schaffen, unter dem sich versammeln lässt. Ein Blick auf die Internetseiten der Stadt und des Stadtmarketings etwa deuten da beträchtlichen Verbesserungsbedarf an – nachzuprüfen mit einem kurzen Blick ins Netz: Innenstadt im Abendlicht hier, Bilder-Bubbles da, naja. Unter den gewählten Top-Ten von Landschaftspark bis Stadttheater sind wenige Überraschungen - weil Herausragendes eben unübersehbar ist.

Unten den Vorschlägen für die Skyline gab es auch Bissig-Zynisches. Etwa die Zeltstadt. In Walsum werden jetzt die ungenutzten Zelte für Asylsuchende wieder abgebrochen. Der Preis, den die Stadt für das Notlager und ihr Notsignal zahlen musste, war allerdings hoch. Die negativen Schlagzeilen bundesweit schädigten den ohnehin nicht besonders guten Ruf. Fünf-, wenn nicht sechsstellig dürften zudem die Kosten für das ungenutzte Zeltlager gewesen sein. Ob die Rechnung für die Stadt dennoch aufging? Denn wohl erst nach dem Zelt-Fanal war das geplante Landesasyl in Neumühl möglich, bewegte sich Duisburgs Politik und zeigte sich das Land höchst kooperativ. Nun spart Duisburg etliche Millionen Kosten und einige eigene Asyl-Unterkünfte.

Das prächtige Rathaus mit seinem markanten Turm zählte übrigens nicht zu den Skyline-Favoriten. Als Bauwerk hätte es die Wahl vielleicht verdient, aber die Schaltzentrale der Stadtverwaltung ist derzeit auch bei der Politik nicht sonderlich beliebt: Die ideenlose Sparliste, die geradezu einsiedlerisch hinter den Rathausmauern zusammengeschustert wurde, liegt ihr schwer im Magen. Ehrenamtliche Politik muss jetzt Courage und Kompetenz zeigen, die die Verwaltung nicht hatte.

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