Zeltstadt für Asylbewerber in Duisburg bleibt unbewohnt

Flüchtlinge müssen in Duisburg nun doch nicht in Zelten untergebracht werden.
Flüchtlinge müssen in Duisburg nun doch nicht in Zelten untergebracht werden.
Foto: imago
Das umstrittene Zeltdorf, das in Duisburg für die Unterbringung von Flüchtlingen errichtet wurde, bleibt weiter unbewohnt. Die Bezirksregierung Arnsberg hat stattdessen jetzt grünes Licht für die Nutzung des leerstehenden St. Barbara-Hospitals gegeben. 300 Asylbewerber sollen dort Platz finden.

Duisburg.. Das leerstehende St. Barbara-Hospital in Duisburg-Neumühl wird jetzt doch zu einer Notunterkunft für Flüchtlinge hergerichtet. Das gab die Stadt Duisburg am Mittwochabend bekannt. Das Gebäude soll zu einer temporären Notunterkunft umfunktioniert werden. Bis zu 300 Asylsuchende sollen in Neumühl untergebracht werden.

Die umstrittene Zeltstadt wird allerdings „vorerst nicht abgebaut“, wie Stadtsprecher Peter Hilbrands auf Nachfrage bestätigte. Mit der Einrichtung der Landes-Notunterkunft im St. Barbara-Hospital könne aber erreicht werden, dass die Zelte kurzfristig nicht mehr erforderlich sein werden. Sie sollten ohnehin nur bis Oktober als Unterkunft dienen und werden „nach wie vor als notwendige Reserve“ vorgehalten.

St. Barbara könnte drei Jahre Notunterkunft bleiben

Auch wenn es sich um eine Landeseinrichtung handelt, verringert sich damit für die Stadt der Unterbringungsdruck. Denn die dort untergebrachten Flüchtlinge werden auf die Zahl der Zuweisungen, die an alle Kommunen über den Königsberger Schlüssel verteilt werden, angerechnet. Bevor erste Räume genutzt werden können, sind allerdings einige Umbauten nötig. Die Unterbringungsplätze würden „nicht mehr in diesem Monat“ zur Verfügung stehen, hieß es am Mittwochabend von den Behörden. „Unbedingt nötig“ sei aber eine kurzfristige Umsetzung, da landesweit die Einrichtungen überfüllt seien.

Mieter ist das Land, zuständig ist die Bezirksregierung Arnsberg. Das ehemalige Krankenhaus soll vorübergehend genutzt werden, da die Stadt den Standort revitalisieren will und ein Investor „unmittelbar“ nach der Zwischennutzung den Neubau von rund 150 Wohnungen auf dem Areal plant. Das kann aber bis zu drei Jahre dauern. Die Stadt rechnet jedenfalls für „die nächsten drei Jahre“ mit Einsparungen im Haushalt, da das Land sämtliche Kosten trägt.

Bürgerinformation am Freitag

Die Bezirksregierung Arnsberg und die Stadt laden schon am Freitag um 17.30 Uhr zu einer Bürgerinformation ins Gemeindeheim Herz-Jesu (Holtener Straße 176). Dort wollen Thomas Sommer (Bezirksregierung), OB Sören Link und Stadtdirektor Reinhold Spaniel Anwohner, Politiker sowie Vertreter von Kirchen und Verbänden über das weitere Vorgehen informieren. Eingeladen sind außerdem Anwohner, Vereine und Verbände; zudem auch der Runde Tisch Asyl, den der OB vor kurzen eingerichtet hatte. Der Stadtrat soll am 29. September zu der Landeseinrichtung noch einen Beschluss fassen.

Die kompletten Kosten für die Unterkunft und Betreuung der Flüchtlinge trägt das Land. Es wird nach Informationen der Redaktion über einen Investor die Herrichtung des Gebäudes durchführen lassen und Miete für die Unterbringung zahlen. Das Bistum Essen als Eigentümerin gibt dazu die Immobilie ab, zu welchen Konditionen ist nicht bekannt.

Nach der landesweiten Kritik an dem Zeltlager in Walsum hatte es zwischen der Bezirksregierung, der Stadt und dem Bistum Essen intensive Gespräche über die mögliche Nutzung des St. Barbara-Krankenhauses gegeben.

 
 

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