Zeitzeugen erinnern an die Straßenbahn in Duisburg

Dennis Bechtel
Mit Inbetriebnahme des neuen Hauptbahnhofes erhielten die D-Bahn und die Linie n8 aus Hüttenheim einen Tunnel-Halt vor dem Bahnhof.
Mit Inbetriebnahme des neuen Hauptbahnhofes erhielten die D-Bahn und die Linie n8 aus Hüttenheim einen Tunnel-Halt vor dem Bahnhof.
Foto: Sutton-Verlag
Auf 125 Seiten gibt es historische Fotos aus privaten Sammlungen und viele Informationen. Das Buch ist Im Sutton-Verlag erschienen

Duisburg. Über 100 Jahre prägte die Straßenbahn den Verkehr in Duisburg. Tramwagen schoben sich in der Innenstadt über die Königsstraße. Sie polterten über Brücken und brachten unzählige Passagiere an ihr Ziel. Bereits 1898 war das gesamte Streckennetz elektrifiziert. Seit 1992 rauschen die Bahnen unter der Straße hin und her. Die Zeitzeugenbörse Duisburg erinnert jetzt mit einem Bildband an die Entwicklungen des Personennahverkehrs in der Stadt: Bilder und Texte nehmen den Leser mit auf eine Zeitreise vom ersten Tramwagen 1881 bis zu den modernen Wagen der Neuzeit.

Auf 125 Seiten präsentiert das Autorenteam rund 200 zumeist unveröffentlichte historische Fotografien und Ansichtskarten aus privaten Sammlungen. Dabei wird die Entwicklung von der Dampfbahn bis zur Elektrischen ebenso dargestellt, wie die „Continentale“ oder die Meidericher und Hamborner Straßenbahnen, die im Jahre 1941 zur Duisburger Verkehrsgesellschaft fusionierten. Zu den zahlreichen Fotos gibt es jede Menge Infos. „Dafür haben wir mit den ehemaligen Bahnfahrern gesprochen“, erklärt Harald Molder, Vorsitzender der Zeitzeugen. „Wir wollten auch das Arbeitsleben der Schaffner und Mitarbeiter dokumentieren.“

Buch soll ein "Rundumschlag" sein

Oft erwischt man sich als Leser aber dabei, dass man die Texte zunächst gar nicht wahrnimmt, da der Blick so lange auf den alten Aufnahmen klebt. Neben den Straßenbahnen ist nämlich auch interessant, wie sich Straßen und Häuserzüge verändert haben.

Eines der Bilder, die ins Auge stechen, ist eine Aufnahme des Hauptbahnhofs von 1935: Wo heute über die A 59 Tausende Autos am Tag rauschen, fuhr damals die D-Bahn in ihre Endhaltestelle in Tieflage unter einer Brücke ein. An anderer Stelle wird man im Buch an den Krieg erinnert. „Es sind auch Bilder dabei, die die Zerstörungen des Zweiten Weltkriegs zeigen“, sagt Molder. Insgesamt soll das Buch aber eigentlich ein „Rundumschlag“ sein, so Molder: „Wir wollten aus jeder Zeit und von allen Ecken der Stadt etwas dabei haben“, sagt er.

Reise durch Duisburgs Vergangenheit

Je nach Kapitel erwarten einen auf den Seiten Innenaufnahmen aus den Bahnen oder sogar Fahrpläne: Einer davon verdeutlicht, wie weit man damals mit den Wagen fahren konnte. So war eine Fahrt von Ruhrort nach Krefeld mit nur einem Mal Umsteigen möglich.

Wer sich mit dem Buch auf eine Reise durch Duisburgs Vergangenheit begeben will, kann den Band für 19,99 Euro kaufen. Erschienen ist er im Sutton Verlag.