Zeichen der Solidarität im Fackelschein

Oliver Kühn
Viele Menschen setzen im Fackelschein ein Zeichen der Solidarität und gegen Tabuisierung, Diskriminierung und sowie Ausgrenzung.
Viele Menschen setzen im Fackelschein ein Zeichen der Solidarität und gegen Tabuisierung, Diskriminierung und sowie Ausgrenzung.
Foto: WAZ FotoPool

Duisburg. Ihr Ziel ist es, Aufmerksamkeit für den weltweiten Kampf gegen eine tödliche Krankheit zu erzeugen. Die Veranstalter des Solidaritätsmarsches im Rahmen der Kampagne zum Welt-Aids-Tag sollten Samstagabend deutlich mehr Aufmerksamkeit bekommen, als sie erwartet hatten. Laute Dudelsäcke, Pauken und Trommeln erklingen, und Senior Drum Major Guinness Adria schreitet voran. Er trägt, ebenso wie seine 20-köpfige Marschkapelle, zeremonielle schottische Militärtracht.

Von der Königsgalerie zieht er mit seinem Tambourstab zum König-Heinrich-Platz, doch nicht nur seine Musiker folgen, auch hunderte Duisburger, die sich ebenso durch den Weihnachtsmarkt schlängeln. Viele von ihnen tragen weiße Leibchen mit einer roten Schleife, die daran erinnert, dass Welt-Aids-Tag ist.

Etliche Bürger folgen spontan der Prozession, die auf einer von brennenden Fackeln gesäumten Bühne endet. Hier schmettert die Band „Amazing Grace“ und übergibt anschließend das Wort an Dietmar Heyde, Geschäftsführer der Aids-Hilfe Duisburg: „Dass sie alle hier sind, ist ein unglaubliches Zeichen der Solidarität, gegen Tabuisierung, Diskriminierung und Ausgrenzung.“ Neben ihm stehen Bürgermeister Benno Lensdorf (CDU) und die Bundestagsabgeordnete Bärbel Bas (SPD) sowie die Verantwortlichen für die Königsgalerie und das Forum.

Erwartungen wurden übertoffen

Die Menschen aus Duisburg setzen zudem noch ein weiteres Zeichen, indem sie 250 rote Luftballons in den düsteren Abendhimmel entlassen. Damit endet eine mehrstündige Veranstaltung, die von der Aids-Hilfe und den beiden Einkaufszentren auf die Beine gestellt wurde, um an die Immunkrankheit zu erinnern, deren Infektionszahlen gestiegen sind. „Ich bin überwältigt“, sagt Heyde. „Unsere Erwartungen sind bei weitem übertroffen.“ Das gebe Hoffnung im Kampf gegen die Krankheit.

Nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts leben derzeit rund 78.000 HIV-Infizierte, darunter vor allem Männer, in Deutschland. Etwa 3400 von ihnen haben sich erst in diesem Jahr neu angesteckt.