Zarte Zeichen in grauen Mauern

Thomas Becker
„Flauna – eine Besiedelung“, nennt Regina Bartholme ihre Ausstellung in den ehemaligen Möllerbunkern.
„Flauna – eine Besiedelung“, nennt Regina Bartholme ihre Ausstellung in den ehemaligen Möllerbunkern.
Foto: WAZFotoPool

Duisburg. Zwischen den gewaltigen Mauern des alten Eisenwerkes präsentieren sich zarte Pflänzchen. „Flauna – eine Besichtigung“ lautet der Titel der Ausstellung von Regina Bartholme, die jetzt vor einem großen Publikum im Landschaftspark Nord eröffnet wurde. So kehrt mit dem Projekt „Kunstwerk – 2012“ in die bisher verschlossenen Möllerbunker hinter den Hochöfen neues Leben zurück.

Die Duisburger Künstlerin machte auf einem neu erschlossenen Steg durch die alten Bunker die massive Beton-Architektur zum Raum für ihre Kunst und ließ sich dabei auch von der erwachenden Natur des Frühlings inspirieren. Die 1959 geborene Regina Bartholme ist in Duisburg und Umgebung seit vielen Jahren durch ihre zahlreichen Ausstellungen und Aktionen bekannt. Ihre typischen Skulpturen finden sich an vielen Orten. So sind die originellen Holzobjekte der Bildhauerin auch an ausgewählten Plätzen im Duisburger Wald zu finden. Mit dem alten Thyssenwerk in Meiderich hat sich die Künstlerin nun einen spektakulären neuen Ort für ihre markanten Figuren erobert.

Eines der begehrtesten Ziele

Wie Landschaftspark-Leiter Ralf Winkels anlässlich der Ausstellungseröffnung betonte, habe man 15 Jahre lang gebraucht, um neue Wege durch die alte Bunkeranlage zu schaffen. Damit etabliere sich der Landschaftspark weiter als gefragter Ort für Musikfestivals und Ausstellungen. DMG-Chef Uwe Gerste hatte zuvor noch einmal auf die touristische Bedeutung des Landschaftsparks für Duisburg hingewiesen. So gehöre der Park seit vielen Jahren zu den begehrtesten Zielen innerhalb der Stadt und der Region.

Der Kunsthistoriker Jörg Mascherrek lobte Regina Bartholme dafür, mit ihrer Ausstellung die architektonische Präsenz der Bunkeranlage respektiert zu haben. Die Künstlerin, die den Besucher im offenen Bereich vor dem Eingang in den Bunker mit bunten Objekten aus Plastikhandschuhen begrüßt, die an einer Schiene in der Luft schweben, zeigt hier weitere Skulpturen in insgesamt vier Räumen.

"Dies ist ein einzigartiger Raum"

Bartholme: „Dies ist ein einzigartiger Raum, gegen dessen Architektur man nicht angehen kann. Man muss ihm etwas Zartes, Farbiges entgegensetzen.“

Zur Musik der norwegischen Sängerin Kari Bremnes durften dann die zahlreichen Kunstfreunde erstmals die Bunkeranlage betreten und über die Stege erkunden. Künstlerin und Parkleitung sind dafür zu loben, dass sie mit diesem Ort einen neuen und attraktiven Platz für künstlerische Aktionen gefunden haben.

Die Ausstellung von Regina Bartholme ist noch bis zum 30. September 2012 zu sehen. Eine entsprechende Beschilderung weist den Besuchern des Landschaftsparks den Weg zu den Möllerbunkern. Zukünftig soll hier pro Jahr ein Künstler seine Werke der Öffentlichkeit präsentieren können.