Zajac verkaufte im ersten Halbjahr 230 statt 500 Welpen und kritisiert die Züchter

Zoo Zajac hat ein halbes Jahr nach dem Start des umstrittenen Welpenhandels nur 230 statt der avisierten 500 Hunde verkauft. Ein Erfolg der Tierschützer? Nein, sagt Norbert Zajac. Er sagt, das Angebot der Züchter sei schlecht. Foto: Stephan Eickershoff
Zoo Zajac hat ein halbes Jahr nach dem Start des umstrittenen Welpenhandels nur 230 statt der avisierten 500 Hunde verkauft. Ein Erfolg der Tierschützer? Nein, sagt Norbert Zajac. Er sagt, das Angebot der Züchter sei schlecht. Foto: Stephan Eickershoff
Foto: WAZFotoPool
Norbert Zajac wollte in seinem XXL-Zoogeschäft 1000 Hunde pro Jahr verkaufen. Dieses Ziel wird er zunächst nicht erreichen: Im ersten Halbjahr nach dem Start des umstrittenen Welpenverkaufs brachte er nur 230 Welpen an Herr- und Frauchen. Schuld daran sei das schlechte Angebot der Züchter.

Duisburg.. Vor einem halben Jahr brach Norbert Zajac das wohl größte Tabu im deutschen Zoofachhandel: Am Freitag, dem 13. Januar, nahm er die ersten Hundewelpen in Quarantäne, eine Woche darauf setzten die Veterinärinnen seiner Megatierhandlung „Zoo Zajac“ die Jungtiere in die Verkaufsboxen. Als damals am ersten Tag des Welpenverkaufs der Essener Dominic Hietsch trotz der lautstarken Proteste entrüsteter Tierschützer einen Rauhaardackel mit nach Hause nahm, kündigte Norbert Zajac an, 1000 Hunde jährlich verkaufen zu wollen.

Nun muss der Geschäftsmann seine Pläne nach unten korrigieren. Denn verkauft hat er im ersten Halbjahr als Hundehändler nach eigenen Angaben nur 230 statt der avisierten 500 Welpen. Er sei „nicht zufrieden“, sagt er selbst. Dass der schleppende Start ein Erfolg der Tierschutzorganisationen ist, die gegen ihn im Internet und auf der Straße mobil gemacht haben, bestreitet Zajac. Er hat eine eigene Erklärung für den unerwartet niedrigen Absatz: „Ich dachte, es gibt mehr gute Züchter.“

Zajac schickt „die Hälfte der Hunde zurück zu den Züchtern

Zajacs Rechnung geht so: Von den vielen Hundezüchtern, die er mit seinen Veterinärinnen deutschlandweit besucht hat, „hält die Hälfte die Tiere ganz schlimm. Von diesen Leuten will ich keine Hunde kaufen.“ Diese seien schlecht oder gar nicht sozialisiert, in Kellern und in der Kälte aufgewachsen. „Solche Haltungsbedingungen wollen wir nicht fördern.“

Des Weiteren, so Norbert Zajacs Darstellung, müsse er nach der Eingangsuntersuchung die Hälfte der Hunde, die ihm die ausgewählten Züchter liefern, „leider wieder zurückschicken“. Seine Tierärztinnen hätten etlichen Welpen unter- beziehungsweise überständige Mäuler, Atemprobleme und andere körperliche Schäden attestiert: „Aber wir können es uns nicht leisten, Hunde mit Zuchtfehlern zu verkaufen.“

Seine neue Devise nach diesen „Negativ-Erfahrungen“: „Statt 1000 lieber 500 garantiert gesunde Hunde im Jahr verkaufen und keine Reklamationen riskieren.“

Nur zwei verkaufte Hund zurückgenommen

In diesem Punkt sei sein Team erfolgreich: Es habe keine Beschwerden gegeben, „die zu einem Umtausch geführt haben“. Ein Tier beispielsweise sei an Durchfall erkrankt und von den Zoo-Zajac-Tierärztinnen kuriert worden. Nur zwei Welpen habe Zoo Zajac zurückgenommen: Eine Käuferin brachte ihren Vierbeiner nach zwei Stunden zurück, weil sie allergisch auf die Tierhaare reagierte. Das Herrchen eines Jack Russel Terriers konnte sich nach einem schweren Arbeitsunfall nicht mehr um diesen kümmern.

Norbert Zajac hofft nicht nur auf einen größeren Züchterpool, mit dem er Geschäfte machen kann, sondern auch auf eine breitere Anerkennung seines Welpenhandels. Erste Hinweise darauf berichteten ihm seine Veterinärinnen: Diese hätten auf Fortbildungen bei Kollegen anfangs „einen schweren Stand gehabt“. Immer häufiger berichteten ihnen aber auch Tierärzte, die Zajacs Hundehandel ablehnen, „dass unsere Welpen gesund sind“, so der Tierhändler: „Wenn selbst Gegner unseres Geschäftes das anerkennen, ist das auch eine kleine Genugtuung.“

 
 

EURE FAVORITEN